Grenchen
Die Gutscheinaktion des Gewerbeverbands war ein voller Erfolg

Die gemeinsam mit der Stadt Grenchen lancierte Aktion verbilligter Gewerbegutscheine wurde erfolgreich abgeschlossen. Alle Gutscheine wurden verkauft.

Oliver Menge
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So sehen die Gutscheine des GVG Grenchen aus.

So sehen die Gutscheine des GVG Grenchen aus.

Andreas Toggweiler

Heinz Westreicher, Präsident des Grenchner Gewerbeverbands GVG, kommt geradezu ins Schwärmen, angesprochen auf die Solidaritätsaktion mit verbilligten Gutscheinen, die beim Grenchner Gewerbe eingelöst werden konnten. Die Aktion, welche die Stadt mit 20'000 Franken unterstützte, erwies sich als voller Erfolg. Alle Gutscheine wurden bis zum 31. Oktober verkauft und somit ein Umsatz von 200'000 Franken erzielt. Die Aktion «Solidaritätsgutscheine» war eine von mehreren Aktivitäten des GVG in Zusammenarbeit mit der Stadt Grenchen zu Gunsten des Grenchner Gewerbes im schwierigen «Coronajahr» 2020.

Kundinnen und Kunden konnten einen Gutschein beziehen und bezahlten nur 90 Prozent des Betrages, während die restlichen zehn Prozent durch die Stadt Grenchen finanziert wurden. Diese Solidaritätsgutscheine konnten dann in Grenchner Geschäften und Gewerbebetrieben eingelöst werden. Mit einer gemeinsamen Info- und Werbekampagne machten der GVG und die Stadt die Betriebe und die Kunden auf das zeitlich begrenzte Impulsprogramm aufmerksam. «Mich freut besonders, dass sozusagen alle Gutscheine nicht nur verkauft, sondern auch eingelöst wurden – lediglich etwa 4000 Franken von den 200000 sind noch offen», sagt Westreicher.

Gutscheine werden auch noch zum Nominalwert bestellt

Damit nicht genug: Die Aktion fand so grossen Anklang, dass auch jetzt noch Gutscheine zum Nominalwert bestellt werden. «Beispielsweise haben das Bachtelen und die Pignons-Werke Gutscheine bestellt, die sie womöglich als Geschenke für die Mitarbeitenden oder Kunden verwenden wollen. Dies also sogar ohne eine Vergünstigung durch die Stadt.»

Westreicher windet insbesondere der Raiffeisenbank Grenchen ein besonderes Kränzchen, denn dort sei ein riesiger administrativer Aufwand betrieben worden: Die Raiffeisen erledigte die gesamte Abwicklung bei der Einlösung der Gutscheine.

Rund um die Solidaritätsgutscheine geisterten aber auch skurrile Geschichten: So sollen einzelne Personen versucht haben, die Gutscheine bei der Bank direkt zu Bargeld zu machen. Andere haben offenbar versucht, ihre Krankenkassenprämien mit den Solidaritätsgutscheinen zu bezahlen. «Wenigstens haben wir vom Steueramt keine Meldungen erhalten, dass Grenchnerinnen oder Grenchner versucht hätten, ihre Steuern mit Gutscheinen zu bezahlen», sagt Westreicher lachend. Derartige Zweckentfremdungen seien zum Glück Einzelfälle geblieben, sagt der GVG-Präsident.

21 Gutscheine gingen auf dem Postweg verloren


Laut einem Mail des Grenchner Gewerbeverbands GVG sind bei einer Gutscheinbestellung 21 Gutscheine, jeder mit dem Nominalwert von 50 Franken, auf dem Postweg aus noch ungeklärten Gründen verschwunden. Vertiefte Abklärungen in der Sache seien am Laufen, heisst es in dem Schreiben, das an alle GVG-Mitglieder ging.
Mitglieder und Gastmitglieder des GVG, bei denen Gutscheine eingelöst werden können, werden gebeten, auf die Gutscheinnummern zu achten. Es handelt sich um die Nummern 2182 bis 2200 sowie die beiden Nummern 2273 und 2274. Die Gutscheine mit diesen Nummern sind ungültig.