Baudirektion
Die Grenchner Stadtbaumeisterin will schon wieder gehen

Drazenka Dragila-Salis hat beim Stadtpräsidenten nach etwas mehr als einem Jahr im Amt Demission eingereicht. Die Stadtbaumeisterin führt ihre Arbeit noch bis Ende August aus.

Oliver Menge
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Stadtbaumeisterin Drazenka Dragila hat gekündigt.

Stadtbaumeisterin Drazenka Dragila hat gekündigt.

Hanspeter Bärtschi

Im Herbst 2016 wurde Drazenka Dragila-Salis vom Gemeinderat einstimmig zur neuen Stadtbaumeisterin gewählt. Nach etwas mehr als einem Jahr im Amt hat sie nun am Montag ihre Demission beim Stadtpräsidenten eingereicht. Auf Anfrage macht sie persönliche Gründe für ihren Entschluss verantwortlich und stellt in Aussicht, sich eventuell noch dazu zu äussern. Dragila wird noch bis Ende August im Amt bleiben.

Er sei natürlich gar nicht glücklich über den Entscheid seiner Chefbeamtin, meinte Stadtpräsident François Scheidegger auf Anfrage. Die Stadtbaumeisterin habe ihm ihre Demission am Montag persönlich überreicht. Er habe sie selbstverständlich gefragt, weshalb sie kündige, sagt Scheidegger. Die Demission sei für ihn sehr überraschend erfolgt und er habe sie auch gebeten, ihren Entscheid noch etwas genauer zu umschreiben. Er könne nur spekulieren, welche Gründe für sie ausschlaggebend seien. Gut möglich, dass die Pendlerei zwischen Wohn- und Arbeitsort mit ein Grund dafür sei. Jedenfalls bedauert Scheidegger das Ausscheiden seiner Chefbeamtin sehr, zumal es nicht ganz einfach sei, qualifizierte Leute für einen so anspruchsvollen Posten zu finden, wie man schon bei der letzten Ausschreibung habe feststellen müssen.

Konrad Schleiss, Gemeinderat und Präsident der Baukommission, bedauert die Demission ebenfalls sehr. Sie sei eine äusserst fähige Fachfrau, Ingenieurin und Managerin, mit der er bisher gut habe zusammenarbeiten können. Seiner Meinung nach sei sie über «Kleinkram gestolpert», wie er es auszudrücken pflege. Kleinkram, den dieser Job mit sich bringe, wie zum Beispiel die Klärung von Personalfragen auch in schwierigen Abteilungen oder die Bewältigung von Kündigungen wichtiger Chefposten innerhalb der Abteilung. Seiner Meinung nach habe die Politik versagt, ihr zu wenig klare Prioritäten gesetzt und sie schliesslich ins Verderben laufen lassen, Stichwort Glassammlung. Er hoffe sehr, dass man wieder eine in diesem Ausmass qualifizierte Person für den schwierigen Posten finde.

Dragila ist in Osijek in Kroatien aufgewachsen und diplomierte Ing. Architektin der Universität Zagreb mit Nachdiplomstudien im Immobilienmanagement und im Umweltschutzbereich. Drazenka Dragila-Salis ist verheiratet, Mutter eines Sohnes und lebt in Baden. Einen Umzug nach Grenchen lehnte sie von Beginn weg ab, obwohl politisch gewünscht.