Chesslete
Die Grenchner Fasnacht legt mit Frauenpower los

Wenn am Donnerstagmorgen um fünf Uhr mit der Chesslete die Fasnachtswoche machtvoll eingeläutet wird, wird die Narrenmeute zum ersten Mal von zwei Frauen angeführt.

André Weyermann
Merken
Drucken
Teilen
Sie geben an der Chesslete den Ton an. Amanda Ryf (links) und Sheena Ettlin.

Sie geben an der Chesslete den Ton an. Amanda Ryf (links) und Sheena Ettlin.

André Weyermann

Wegen der Schulferien gibt es bei der Kinderfasnacht eine gewichtige Änderung: Der Kinderball findet bereits am Donnerstag-Nachmittag statt, der Kinderumzug wird auf den Dienstag verlegt. Im Übrigen wird dieses Jahr auch ein «richtiger» Nachtumzug durchgeführt.

Sie sind jung und sie sind engagiert. Die beiden Oberchesslerinnen können es kaum erwarten, dass es endlich so richtig losgeht. Als das verwaiste Amt neu zu besetzen war, haben die beiden kaum gezögert und sich erfreulicherweise zu einer zunftübergreifenden Zusammenarbeit entschlossen. Sheena Ettlin von den «Amedisli» und Amanda Ryf von der Froschzunft haben sich in die Arbeit gestürzt, die Schulen besucht, mit den Beizen verhandelt, Flyer und Plakate verteilt, die Rede geschrieben und hoffen nun, dass alles reibungslos über die Bühne geht. «Es kribbelt gewaltig. Wir sind aber auch etwas angespannt und hoffen, dass unsere Premiere gelingt», erklären sie dazu. Beide bringen ein gerütteltes Mass an Fasnachtserfahrung mit. Sheena Ettlin engagierte sich bereits bei den «Schuelschwänzern» und hat dann zusammen mit ihrer Mutter die «Amedisli» zu neuem Leben erweckt. «Wir sind aber auch jetzt noch dringend auf Zuwachs angewiesen», meint sie weiter.

Generationenwechsel gelungen

Amanda Ryf hat der Fasnachtsvirus bereits in jungen Jahren befallen. Angefangen hat sie ihre «Karriere» in Oensingen. Durch ihren Freund Fabian Affolter kam sie in Grenchen zu den «Fröschen», die ebenfalls noch gerne weitere Mitstreiter in ihren Reihen wüssten.

Die närrische Woche im Überblick

Schmutziger Donnerstag, 12. Februar: 5.00 Uhr: Chesslete. Treffpunkte: City Nord, Kastels, Bahnhof Süd, Ringstrasse/Solothurnstrasse und Friedhof/Bachtelenstrasse. Ab 5.45 Uhr Monster-Chesslete auf dem Postplatz, anschliessend ab 6 Uhr Gratis-Mehlsuppe in diversen Beizen nach Ansage der Oberchesslerinnen; 14–17 Uhr: Kinderball im Parktheater mit diversen Attraktionen. Motto: «Tierisch Wild». Vorverkauf: TeamPapeterie; 20 Uhr: Nachtumzug. Route: Bettlachstrasse–Centralstrasse– Schild-Rust-Strasse–Kapellstrasse– Bettlachstrasse. Proklamation Bühne Marktplatz Süd; 21 Uhr Strassen- und Beizenfasnacht. In Bettlach: 5 Uhr Chesslete auf dem Dorfplatz; 20 Uhr Bettle-Gwösch in der Büelenhalle; neu mit Vorverkauf ( Dorfbäckerei).

Freitag, 13. Februar, 14.30 Uhr: Seniorenfasnacht im Eusebiushof, Alterszentren am Weinberg und Kastels mit Schnitzelbankgruppen und Guggenmusiken; 20.30 Uhr: Gosche-Nacht im Parktheater. Fasnachtsfete mit Verleihung Prix Göschi; 21 Uhr Höllefuer der Krachwanzä, Büelenhalle Bettlach.

Samstag, 14. Februar: 19 Uhr: Gränchner Gugge-Night. Non-Stop-Konzerte auf der Bühne am Marktplatz Süd. Open-Air-Barstreet rund um Markt- und Zytplatz mit Bars und Verpflegungsständen. 20 Uhr: Uhr Strassen- und Beizenfasnacht.

Sonntag, 15. Februar: 14.15 Uhr: Grosser Fasnachtsumzug. Route: Bettlachstrasse–Centralstrasse–Bündengasse–Kirchstrasse–Bettlachstrasse. Nach Umzug: Monsterguggete und diverse Platzkonzerte auf Titanictreppe beim Postplatz und Bühne Marktplatz Süd. Guggenmusiken auf den Strassen und in den Beizen.

Montag, 16. Februar: 20 Uhr: Luna-Bällchen im «Krebs»-Bistro mit DJ und Guggenmusiken; 21 Uhr Mooreball in der Musik-Bar Kakadu Bettlach.

Dienstag, 17. Februar: 14.35 Uhr; Kinderumzug: Route: Schulhausplatz I und II–Kirchstrasse–Quartierstrasse– Centralstrasse–Schild-Rust-Strasse–Kapellstrasse–Bettlachstrasse–Zytplatz;
21 Uhr: Fasnachtsball «Ballacoa» im Baracoa.

Aschermittwoch, 18. Februar: 20 Uhr: Bööggverbrennen auf dem Marktplatz Nord; in Bettlach Bööggverbrönne 19.19 Uhr SMH-Areal. (rrg)

Die Oberchesslerinnen stehen für eine junge Generation Fasnachtsbegeisterter, die das Engagement nicht scheuen und auch unverkrampft neue «Koalitionen» eingehen: «Die Zusammenarbeit war wirklich super. Wir haben uns die Arbeit je nach Stärken aufgeteilt und wurden zum Glück auch von Vize Milton Faulhaber super unterstützt», ziehen sie ein erstes Fazit.

Flexibel zeigen sich die Verantwortlichen in Bezug auf die Programmgestaltung an der Kinderfasnacht. Da es schlicht unmöglich ist, ohne die Unterstützung der Schulen einen Kinderumzug zu organisieren, wurde dieser auf den Fasnachtsdienstag verlegt. Vergnügen können sich daheimgebliebene Nachwuchs-Narren bereits am «Schmutzigen Donnerstag» am traditionellen Kinderball im Parktheater. Kindernarr Patrick Meier freut sich auf eine rege Teilnahme.

Delegation aus Belgien dabei

Dieses Jahr wird es auch klappen mit dem Nachtumzug. Umzugschef Martin Werren hat dazu alle Hebel in Bewegung gesetzt. Für den grossen Umzug am Sonntag hat er sogar adliges Blut verpflichtet. Die Prinzenfamilie samt Gefolge aus dem belgischen Arlon wird ihre Aufwartung machen.

Auch Obergugger Sascha Rüfenacht hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um möglichst viele kakophonische Combos nach Grenchen zu locken. Die Gugge-Night am Samstag mit der neuen Bühne auf dem Marktplatz Süd und diversen Verpflegungsständen verspricht ein Hit zu werden.

Am Donnerstag – und am Samstagabend steht jeweils die Beizen-und Strassenfasnacht an. Die beiden Alterszentren und der Eusebiushof feiern wie immer am Freitag-Nachmittag die Seniorenfasnacht. «Ballsüchtige» vergnügen sich am Freitag an der Gosche-Nacht, am Montag am Luna-Bällchen und am Dienstag am Ballacoa.

Und wer nach all diesem karnevalesken Treiben noch Puls hat, trifft sich am Aschermittwoch zum Böögverbrennen auf dem Marktplatz.