Die Idee entstand irgendwann an einer Sitzung des Organisationskomitees der Kürbisnacht. Margrit Tièche, Lehrerin am Kastelsschulhaus, hatte an einer Kunstausstellung im Ausland etwas Ähnliches gesehen und brachte ein paar Fotos in die Runde. Man war nämlich auf der Suche nach etwas Speziellem, mit dem man das Jubiläum «begehen» wollte. Barbara Pestalozzi-Kohler, Leiterin Standortmarketing, Kultur und Sport, meint dazu: «Die Chürbisnacht hat sich in den letzten Jahren immer weiter entwickelt und an Ausstrahlung weit über die Region hinaus gewonnen. Wir wollten die Besucher überraschen und etwas Spezielles zeigen, darum kam uns diese Idee sehr recht». Man fragte den Kunstschlosser Peter Zaugg an, der sofort begeistert war von der Idee. Pläne wurden gezeichnet und ein erster Entwurf entstand. Sein Sohn Simon, der ebenfalls im Betrieb arbeitet, übernahm die Aufgabe, die Rohform aus Eisen herzustellen.

Mehr als zwei Hände sind nötig

Alleine wäre das aber schlecht möglich gewesen, sagt er. Denn das Gerüst des Kürbisses besteht aus miteinander verschweissten Eisenstangen, die in die richtige Form gebogen und auf die richtige Länge geschnitten werden mussten. «Dazu braucht es mehr als zwei Hände» sagt Zaugg. Und er bekam kompetente Hilfe: Auf einen Aufruf von Margrit Tièche im Kastelsschulhaus meldeten sich die zwei 9.-Klässler Bruno di Stefano und Steve Löwe, die nach der Schule beide einen handwerklichen Beruf erlernen wollen. An zwei Vormittagen standen sie dem Schlosser zur Seite und halfen ihm, das «Kunstwerk» zusammenzuschweissen.

Kein einfaches Unterfangen: Das Eisen erwies sich als sperrig und manchmal widerspenstig. Und da man nur über ungefähre Pläne verfügte, geriet der Kürbis auch um einiges grösser, als ursprünglich vorgesehen: Statt eines Durchmessers von 2 Metern 50, mass er am Ende mehr als drei Meter im Durchmesser und rund zwei Meter in der Höhe. Das Gewicht betrug rund 40 Kilogramm. Aber darüber waren Simon Zaugg und seine Gehilfen nicht sonderlich traurig, handelte es sich bei dem Werk doch um so etwas wie Kunst. Die beiden 9.-Klässler schwärmten noch tagelang von der etwas anderen Arbeit beim Kunstschlosser, wie man vernahm.

Die Arbeit macht Spass

In der Woche vor den Herbstferien brachten Mitarbeiter des Werkhofs den Kürbis ins Schulhaus IV. Hier sollte das Gerüst seine Aussenhülle bekommen. Um den Kürbis überhaupt ins Gebäude hineinbringen zu können, musste er in zwei Hälften getrennt werden. Hauswart Toni Zaugg, Wagenbauer bei der Luna-Zunft, leistete grosse Dienste und bereitete den nächsten Arbeitsgang vor: Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klasse würden den Kürbis während ihres Werkunterrichts mit farbigem Drachenpapier und Kleister überziehen.

Aber zuerst musste die Rohform mit einem Gitter überzogen werden. Man hatte geplant, dafür Fliegengitter zu verwenden, aber es stellte sich heraus, dass das ein untaugliches Mittel war und man bespannte das Gestell mit einem Nylon-Netz. Rita Lüthi, Lehrerin im Schulhaus IV, fand die Arbeit sehr spannend. «Laufend mussten wir etwas Neues planen und auf die neuen Situationen reagieren». Den Kindern machte die Arbeit mit Kleister und Papier sichtlichen Spass und alle sind gespannt, wie sich das Endprodukt, ein farbiger Monster-Kürbis, auf dem Marktplatz präsentiert.
Nach den Herbstferien wird der Kürbis fertig bekleistert und lackiert. Im Inneren wird eine Beleuchtung montiert, und am 28. Oktober wird der Monster-Kürbis an der Chürbisnacht auf dem Marktplatz leuchten.