Gewerbeverband
Die Gewerbeausstellung am Grenchner Fest ist auf der Kippe

Die geplante Gewerbeausstellung am Grenchner Fest steht auf Messers Schneide. «Wenn wir nicht 20 Aussteller hinkriegen», findet sie nicht statt, meint GVG-Präsident Heinz Westreicher.

Andreas Toggweiler
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Auch ein Thema an der Generalversammlung: Der GVG-Kreisel, 2004 errichtet, ist inzwischen baufällig.

Auch ein Thema an der Generalversammlung: Der GVG-Kreisel, 2004 errichtet, ist inzwischen baufällig.

Oliver Menge

Nur noch bis Samstag haben die Grenchner Gewerbebetriebe Zeit, um sich die Teilnahme an der Gewerbeausstellung am Grenchner Fest zu überlegen. Präsident Heinz Westreicher lancierte an der Generalversammlung des Gewerbeverbands GVG einen flammenden Appell: «Wir wollen mindestens 20 Teilnehmer, sonst wird die Gewerbeausstellung nicht durchgeführt», gab der Gewerbepräsident den Tarif gegenüber den zahlreich versammelten Gewerbevertretern durch. Diese haben bisher mit einer Anmeldung gezögert. 12 konnte man bis zur Generalversammlung am Dienstag verzeichnen.

Dabei, so hielt Westreicher fest, biete die Gewerbeausstellung vom 8. bis 11. September im Rahmen des Grenchner Festes auf dem Marktplatz beste Rahmenbedingungen. «Das attraktive Thema 50er-Jahre stösst auf grosses Interesse weit über Grenchen hinaus. Wir haben zahlreiche Anfragen von Klubs, beispielsweise mit historischen Fahrzeugen, die nach Grenchen kommen möchten. Dazu sind die Quadratmeterpreise mit 80 Franken wirklich günstig. Wenn wir es bei diesen Voraussetzungen nicht schaffen, dann können wir eine Gewerbeausstellung in Zukunft vergessen», hielt der Gewerbepräsident unmissverständlich fest.

Ein Hintergrund der zögerlichen Haltung der Grenchner Gewerbler dürfte auch die vermehrte Schliessung von Fachgeschäften im Zentrum sein. Die leeren Schaufenster drücken auf die Stimmung. «Speziell schwer haben es die Bereiche Schuhe, Kleider, Kosmetik und Konsumelektronik», stellte Westreicher fest. Das Grenchner Gewerbe sei gefordert, mit Service, Qualität und Kundennähe die Abwanderung der Kundschaft ins Internet zu kontern. «Auch gegenseitige Loyalität ist wichtig, wie sie beispielsweise an der Gwärbi in Bettlach zu beobachten war», wand Westreicher den Nachbarn ein Kränzchen.

Ansonsten ist das Grenchner Gewerbe allerdings alles andere als inaktiv, wie der Rückblick auf Jahresprogramm zeigte: Osterwettbewerb/Apéro, diverse Aktionen im Rahmen des Marktes, Abend der Wirtschaft an der Grega, Wirtschaftstag für Lehrlinge, Weihnachtsmarkt und neu der erfolgreiche Kinoabend sind nur einige Highlights. Letzterer soll auch dieses Jahr im November wieder durchgeführt werden mit dem Film «Fantastic Beasts» nach dem neuen Buch von Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling. An einem Abend der Wirtschaft am 14. Juni wird zudem der Chef von CSL-Behring, Uwe E. Jocham, dabei sein.

Brocki zieht ins Zentrum

Es gibt überdies auch Schaufenster im Zentrum, die sich wieder füllen: so soll die Brocki von der Bündengasse in die Marktstrasse (geschlossene Boutique Black Out) umziehen. Die Jahresrechnung schloss bei Mitgliederbeiträgen von 65 000 Fr. mit einem Defizit von knapp 3000 Fr., für das laufende Jahr hofft Kassier Roger Rossier auf eine knapp schwarze Null. Bei zurzeit 112 Mitgliedern wurden fünf Austritte und vier Neueintritte verzeichnet. Stadtpräsident François Scheidegger kündigte in seinem Grusswort am Ende der Versammlung an, dass sich die Stadt demnächst mit den Ideen des «Mi Märetplatz»-Wettbewerbs dieser Zeitung zur Attraktivierung des Marktplatzes auseinandersetzen und die Umsetzung einiger Ideen prüfen wolle. Mit keinem Wort wurde an der GVG-Versammlung die bevorstehende MIA erwähnt (vgl. oben), die wegen Einführung von Eintrittsgebühren beim einheimischen Gewerbe auf sehr gemischtes Echo stiess.