Im Jahr 1911 wurde in Grenchen das erste Gaswerk in Betrieb genommen. Vor genau 100 Jahren begann die Geschichte der Grenchner Gasversorgung. Man hatte sich zwar schon um 1900 über den Bau eines eigenen Gaswerkes Gedanken gemacht, realisiert wurde das erste Gaswerk aber erst 11 Jahre später. Das Gas wurde hauptsächlich zur Warmwasser-Aufbereitung und zum Kochen benutzt. Ab 1914 übernahm die Einwohnergemeinde Grenchen das Gaswerk, das einen Verlust eingefahren hatte und Lengnau und Bettlach wurden ans Gasnetz angeschlossen. Die Gasproduktion erfolgte damals nur lokal, man «vergaste» Steinkohle, was nicht ganz ungefährlich war.

Denn das so gewonnene Gas war stark kohlenmonoxydhaltig und hochgiftig. Das führte denn auch zu einigen Suiziden und das Gas bekam zeitweise einen schlechten Ruf. Dennoch gewann Gas als Energieträger immer mehr an Beliebtheit und die Speicherkapazitäten wurden laufend ausgebaut. 1964 trat Grenchen dem Gasverbund Mittelland bei und das giftige Stadtgas wurde mehr und mehr durch das ungiftige Erdgas, das vom Ausland her in die Schweiz geliefert wurde, ersetzt. In der Folge wurde denn auch die Gasfabrik Grenchen 1967 abgebrochen.

Ab 1972 wurde komplett auf das umweltfreundliche Erdgas umgestellt. 1973 wurde der Kugeldruckbehälter, die Erdgaskugel, gebaut und war bis ins Jahr 2006 in Betrieb. Erst 2000 wurde Büren mit Gas erschlossen, und 2003 wurde die erste Erdgastankstelle in Grenchen erstellt. 2006 stiegen die Grenchner Busbetriebe BGU auf Erdgas um und Anfang 2011 wurde die neue Erdgastankstelle bei der Landi an der Neckarsulmstrasse eröffnet. Seit diesem Jahr bietet die SWG auch Biogas und CO2-neutralisiertes Erdgas an.

Festbetrieb mit viel Information

Anlässlich des Tags der offenen Tür erwartet die Besucher viel Spannendes: An mehreren Posten wird die heutige Erdgasversorgung vorgestellt. Es ist dabei möglich, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und zu erleben, wie die modernen Anlagen funktionieren.

Am ersten Posten wird den Besuchern die Leitwarte vorgestellt, das Schaltzentrum der gesamten Gasversorgung der Stadt und der angeschlossenen Gemeinden. Hier können jederzeit die verschiedenen Leitungssysteme visualisiert und überwacht werden, auch wird dort der momentane Gasverbrauch sichtbar gemacht und statistisch erfasst.

Ein Höhepunkt wird sicherlich der Besuch der für den Tag der offenen Tür extra aufgeschnittenen Erdgaskugel sein. In der imposanten Stahlkonstruktion präsentiert die SWG eine Powerpoint-Präsentation, die einen Blick in die Vergangenheit möglich macht. Die Akustik im Innern ist bemerkenswert.

Die Annahmestation Erdgas bildet ein weiteres Highlight des Rundgangs: Hier kommt das Erdgas in Grenchen an und wird mittels eines komplexen Systems auf die Untersysteme verteilt. Am letzten Posten hat der Besucher die Gelegenheit, viele historische Aufnahmen und alte Gerätschaften der Gasversorgung zu besichtigen und sich über die aktuelle Verwendung von Erdgas im täglichen Leben zu informieren. Zudem haben alle die Gelegenheit, am Jubiläumswettbewerb der SWG teilzunehmen. Zu gewinnen gibt es eine Grillparty, zu welcher der Gewinner oder die Gewinnerin jeweils noch 14 Personen ihrer Wahl einladen darf.

Auch die Gemütlichkeit wird an diesem Tag nicht zu kurz kommen. Für die Kinder wird ein grosser Spielplatz mit Hüpfburg, Kletterwand und der in den Anlass integrierten, traditionellen Kinder-Olympiade aufgebaut und in einem grossen Festzelt warten eine Gratis-Grillbratwurst und verschiedene Getränke auf die Gäste.