Die FDP des Kantons Solothurn feiert Premiere: Erstmals tritt sie im Wahlkampf nicht mehr mit schwarzer Schrift auf gelbem Grund auf, sondern trägt die Farben der Mutterpartei. Die Schrift ist blau, der Hintergrund weiss und aus «FdP» wurde «FDP. Die Liberalen.» «Jetzt sind wir eben die Blauen und nicht mehr die Gelben, aber im Herzen werden wir immer die Gelben bleiben», betonte Christian Scheuermeyer, Präsident der FDP Kanton Solothurn an der Amteiversammlung von vergangenem Dienstag. Man schätze die engere Bindung an die Mutterpartei sehr, denn so können Synergien genutzt und Mittel eingespart werden.

Scheuermeyer erläuterte die Strategie des diesjährigen Wahlkampfs und freute sich über einen guten FDP-Anteil im Kanton. Man habe Anrecht auf zwei Nationalratssitze und einen Ständeratssitz, unterstrich der Kantonalpräsident und untermauerte dies mit Beispielen: Rund die Hälfte aller Solothurner Gemeindepräsidien sei von FDP-Leuten besetzt, und mit 280 FDP-Gemeinderatsmitgliedern sei rund ein Drittel aller Gemeinderatsmitglieder freisinnig.

Fünf valable Kandidaten

Die fünf Kandidierenden wurden mit einem grossen Applaus der rund 50 Anwesenden bestätigt und stellten sich und ihre Hauptinteressen kurz vor. Yves Derendinger (Solothurn), Kantonsrat und Fraktionspräsident, betonte besonders die Themenführerschaft, welche angestrebt werden müsse. Es sei wichtig, dass heikle Themen nicht umschifft, sondern konkret thematisiert würden. Kurt Fluri, Nationalrat und Solothurner Stadtpräsident, wurde von der FDP bereits im Januar als Kandidat für die Ständeratswahlen nominiert.

Er setze sich für die Aufrechterhaltung der Verkehrsinfrastruktur ein und erklärte, dass nicht noch mehr Automobilabgaben in den öffentlichen Verkehr gepumpt werden dürfen. Kantonsrätin Irene Froelicher (Lommiswil) will im Besonderen an den FDP-Slogan «Mit Mut und Verstand» anknüpfen, denn die Partei sei in gewissen Bereichen zu defensiv.

Anzahl Listen der FDP noch nicht bekannt

So sollte die FDP gemäss Froelicher auch Lösungen zu den eng verknüpften Themen Ökonomie und Ökologie präsentieren können. Robert Gerber, Kommandant der Stadtpolizei Grenchen und ehemaliger Kantonsrat, erläuterte, dass er besonders auf dem Gebiet der Sicherheit einen Beitrag leisten wolle. Er kritisierte die stets komplizierter werdenden Verordnungen, die häufig gar nicht durchsetzbar seien. Diesbezüglich sollte man ein klares Wort sprechen, so der Polizeikommandant.

Kantonsrat Beat Käch (Solothurn) wiederum unterstrich, dass er sich für eine starke Berufs- und Hochschulbildung einsetzen wolle. Als Lehrer und Prorektor der Kaufmännischen Berufsfachschule Solothurn-Grenchen kenne er deren Wichtigkeit. Die Schaffung eines Bildungsdepartements sowie die Förderung von Attestlehren seien ihm deshalb besonders wichtige Anliegen.

Noch unklar ist, mit wie vielen Listen die FDP ins Rennen starten wird. Da die verschiedenen Amteiparteien insgesamt etwa 19 bis 21 Kandidierende nominieren werden, wäre eine dritte Liste durchaus denkbar, sodass die nun Nominierten tatsächlich alle antreten könnten. Diese Variante werde demnächst ernsthaft geprüft, so Christian Scheuermeyer. Entscheidet sich die FDP lediglich für zwei Listen, werden die Delegierten am 29. März in Schönenwerd insgesamt 14 Personen als Kandidierende wählen. Bereits genehmigt hat die Delegiertenversammlung der FDP eine Listenverbindung mit der BDP. (lrb)