Obernarr Thomas Meister leitete pünktlich um 18.30 Uhr die Machtübernahme im Hotel de Ville ein. Nach den Klängen der Guggenmusiken Witijätter, Cocoloris, die heuer ihr 30-jähriges Jubiläum feiern, Frösch und den Chappeli Tüüflä, begann er mit seiner Ansprache vor den über 100 Fasnächtlern, die zum Stadthaus gekommen waren, um die 5. Jahreszeit einzuläuten. Der Obernarr wies auch gleich darauf hin, dass er dieses Jahr zum letzten Mal als Chef-Fasnächtler amtet und nächstes Jahr ein Nachfolger übernimmt:

«Liebi Narre s isch so wyt, Hilari, jetz isch Fasnachtszyt. Mir wei d’ Regierig übernäh, und z Gränche wieder s’ Beschte gä. Es wird mis letschte Amtsjohr si, denn vier Johr, die si schnäll verbi. Doch es wird e Neue cho, d’Fasnacht muess jo wytergo. S Motto hüür, es heisst : es rumplet, mänge Värs drwäge humplet. I finge s Motto würklich glatt, spieglets doch au üsi Stadt. D Plagette, vom Barbey hüür kreiert, wo n är sich selber karikiert, wie n är do, uf Gränchner Strosse, mit Hindernis duet zämestosse. Fahrsch mit em Auto, z Gränche dure, de rumplets, gheisch au mou uf d Schnurre. Glaubsch d Baudirektion däg penne, si düe s Begägnigszone nenne.»

Schlagfertiger Stadtpräsident

Stadtpräsident Boris Banga hatte auch gleich die passende Antwort zur Problematik der holprigen Grenchner Strassen:

«I cha nech nur dä Tip do gäh, nid ds Outo – dir müesst ds Velo näh. D’ Stadtschribere fahrt über d Schanze, schnäll, mit Elan, flügt nid a Ranze. Mir hei do nämlech es Konzept, und zwar de eis, wo au verhebt. mir hei die Auto nämlich satt, us Gränche wird neu d’ Velostadt. Dank Velodrom und BMC, wirdsch z Gränche chuum me Auto gseh. Mir bruuche glii au keini Ample, wüu alli i d’ Pedale trample. Das Velodrom tüe mir scho baue, do chöi mir Gränchner scho vertraue. Muess nume no Sponsore finge, wo üs die paar Milliönli bringe.»

Obernarr Meister hatte nicht wirklich Mitleid mit dem geplagten Stadtpräsidenten, denn statt ihn in eine arbeitsfreie Zeit zu schicken, gibt er ihm eine Aufgabe und auch gleich das Instrumentarium:

«De hesch Du do jo richtig z tue. Chasch nid nur schloofe, hesch kei Rueh. I nimme drum jetz die Stadt i d’ Hang, und Du chasch uf Sponsorefang. Drum gibe n i Dir s Velo do, damit Du chasch Sponsore foh. Und dass dr Schnuuf Dir nid goht us, hetts au grad no Elektropfuus.»

Stapi Banga erwiderte: «Und i gibe Dir do no d Plagette, und säg Dr eis, due mit Dir wette: Am Aeschermittwuch, I will be back, und ha d’ Sponsore im Gepäck.»

Der entmachtete Stadtpräsident übergab dem Obernarr schliesslich ohne Murren die Plakette, das Symbol der Macht in der Stadt, liess sich von ihm in die passenden Kleider – eine sehr enge BMC-Rennjacke, Handschuhe, Helm und Hosenklammern – helfen und fuhr zu Klängen der Guggenmusik auf dem neuen Bike von rasch dannen, nicht ohne noch einmal eine Ehrenrunde zu machen. Höchstwahrscheinlich nicht zum Südbahnhof, denn sonst hätte er sich bald zu Fuss auf Sponsorensuche machen müssen....