Nicht mehr gewählt wurde Clivia Wullimann, die als SP-Ersatz im Laufe der Legislatur nachgerutscht war. Mit Landwirt Fabian Affolter (Jg. 1992) wurde dafür ein junges und politisch unbeschriebenes Blatt in den Gemeinderat gewählt.

Die Stimmbeteiligung ist mit 30,83 Prozent nochmals deutlich kleiner als vor vier Jahren (35,4 Prozent). Die Sitzverteilung im Grenchner Gemeinderat sieht jetzt wie folgt aus: SP 4, FDP 4, SVP 4, CVP 2 und GLP 1 Sitz. Letzterer Sitz der GLP gab im Vorfeld zu Spekulationen Anlass, wurde doch Sitzinhaberin Nicole Hirt von der CVP zum Alleingang verdonnert, weil die CVP keinerlei Listenverbindung mehr einging.

Stapi mit bestem Resultat

Das beste Wahlresultat aller Kandidaten erzielte Stadtpräsident François Scheidegger mit 1961 Stimmen. - «Das ist ja mein Jahrgang!», stellte der Stapi verdutzt fest bei einem ersten Blick aufs Wahlprotokoll. Gespannt war man auch auf das Abschneiden von SVP-Vertreter Richard Aschberger. Er lieferte dank vieler Fremdstimmen das Top-Resultat seiner Partei ab (1809). Bei der SP erwies sich Angela Kummer als Zugpferd. Sie sammelte ebenfalls zahlreiche Panaschierstimmen bei anderen Parteien und kam damit auf 1402 Stimmen. Kummer und Nicole Hirt (1151) sind übrigens die beiden einzigen Frauen im Rat.

Bei der CVP konnte es alt Kantonsratspräsident Peter Brotschi erwartungsgemäss richten und setzte sich mit 1532 Stimmen deutlich an die Listenspitze, gefolgt mit grossem Abstand von Matthias Meier-Moreno. Die CVP konnte damit ihre beiden Sitze halten.

Ein Drittel der Gemeinderatssitze wurde mit neuem Personal besetzt - und das sieht so aus: Bei der SP konnte sich Daniel Hafner, der Geschäftsleiter des Grenchner Bahnreisezentrums noch vor Clivia Wullimann schieben, die nun wieder erste Ersatzfrau der Fraktion ist. Bei der FDP sitzt der erst im Laufe der Legislatur nachgerutschte Reto Gasser jetzt solid im Sattel (1276) und Konrad Schleiss, Präsident der Baukommission und bisher Ersatzmitglied schaffte den Sprung ins reguläre Gemeinderatsamt. Nicht lockerlassen zählte auch beim pensionierten Grenchner Polizeikommandanten Robert Gerber. Nachdem seine Kandidatur auf der Kantonsratsliste noch erfolglos war, schaffte er es auf Anhieb in den Gemeinderat und distanzierte das bisherige FDP-Ersatzmitglied Maria Lo Giudice um 84 Stimmen.

BDP ging leer aus

Kein Erfolg war auch diesmal der BDP Grenchen beschieden, die zwar sieben Kandidaten präsentierte, die aber alle relativ enttäuschend abschnitten, am wenigsten noch Parteipräsident Roland Hartmann mit 336 Stimmen. Auch die Jungfreisinnigen konnten keinen Exploit leisten, auch wenn mit ihnen zumindest eine Jungpartei ein Lebenszeichen von sich gab.

Listenverbindungen spielten diesmal für den Wahlausgang keine Rolle, da kein Restmandat zu vergeben war.