Die Associazione Mazziniana Italiana (AMI) war am Samstag in Grenchen mit 30 Delegierten zu Gast. Zuvor besuchte sie die italienische Botschaft in Bern, um am Sonntag als Abschluss ihres Aufenthalts an einer Führung durch Lausanne teilzunehmen. Der Besuch fand anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der von Giuseppe Mazzini gegründeten Bewegung «Giovane Europa» (Junges Europa) statt, die sich für Freiheit, Humanität und Gleichheit einsetzte und demokratische Werte in Europa förderte.

«Verdanken den Italienern viel»

Die Mitglieder der Mazzini-Stiftung, die den Anlass organisiert hatten, und Stadtpräsident François Scheidegger hiessen die Delegation herzlich willkommen. «Es ist eine grosse Ehre, dass so hoher Besuch aus Italien nach Grenchen gekommen ist», so Scheidegger. «Grenchen verdankt den Italienern viel, so haben viele Italiener den Grenchenbergtunnel errichtet. In Grenchen wohnen noch heute viele Italiener und leben hier ihre Kultur.»

Beim Anlass waren auch Vertreter der Vereine Italgrenchen, Colonia Libera Italiana, Associazione Calabresi Solothurn, und Avis in Svizzera anwesend. Die Stimmung war herzlich und freundschaftlich. Stiftungsratsmitglied und italienischer Vertreter der Stiftung, Salvatore Faga, führte die Gäste durch das Mazzini-Zimmer im Bachtelen und brachte ihnen seine Zeit in Grenchen und der Schweiz näher.

So erzählte er von der Entstehung des Bachtelenbads im 19. Jahrhundert und dessen wachsenden europäischen Rufs, den es nicht nur wegen des Wassers, sondern auch wegen des Aufenthalts des Freiheitkämpfers genoss. Von 1835 bis 1837 lebte Mazzini dort als Flüchtling, befreundete sich mit den Girards und kämpfte im Untergrund weiter für seine Ideale. Mazzini ist auch heute noch in Grenchen präsent, so sind eine Strasse und ein Restaurant nach ihm benannt. Eine besondere Aufgabe erfüllt die Stiftung, denn sie setzt sich unter anderem für die Förderung von den Studien zu Mazzini, die Sammlung seiner Schriften, den Unterhalt des Zimmers und für die Freundschaft zwischen Grenchen und Genua ein. In Genua gibt es zudem eine Grenchen-Strasse und der Stadtpräsident ist dort immer Ehrenbürger.

In den 1950er Jahren schenkte die republikanische Partei Italiens Grenchen das Mazzini-Denkmal aus Dankbarkeit für die Unterstützung ihres Freiheitshelden. Vor dieses Denkmal aus Carrara-Marmor wollte die Delegation einen Kranz Mazzinis niederlegen. François Scheidegger und AMI-Präsident Mario Di Napoli übernahmen diese rituelle Ehrerbietung. Im Anschluss stimmte die Delegation die italienische Nationalhymne an. Im Restaurant Mazzini hiess es daraufhin ein Apéro mit köstlichen Speisen geniessen.