Der Kulturpreis und damit der Hauptpreis wurde dem Musiker, Musikvermittler und Komponisten Valentino Ragni verliehen, der von 1991 bis 1999 Leiter der Musikschule Grenchen war.

Stadtpräsident François Scheidegger hielt die Laudatio für den verdienten Musiker und unterstrich dabei die grosse Bedeutung, welche die Musik für die Entwicklung der menschlichen Psyche hat.

«Sie beeinflusst die Hirnströme und harmonisiert das Zusammenspiel der beiden Hirnhälften.» Nicht umsonst sei auch längst nachgewiesen, dass musikalisch erzogene Schüler auch in andern Fächern bessere Leistungen erzielen, was Ragni schon 1990 in einem Interview unterstrichen habe.

Vor allem Komponist

Der 1935 in Trimbach geborene Ragni werde aber nicht nur als Musikpädagoge geehrt, sondern auch als Komponist. «Die Komposition ist gar das Herzstück Ihres Schaffens», unterstrich Scheidegger.

Denn Ragni hat über siebzig Instrumental- und Vokalwerke geschrieben, von denen einzelne gar ausgezeichnet wurden. Die Werke seien schon in aller Welt aufgeführt worden. Erst kürzlich wurde anlässlich der Orgeleinweihung in Bettlach wieder ein Werk Ragnis uraufgeführt.

Übergabefeier des Kulturpreises der Stadt Grenchen

Die Kulturpreisträger zeigen eine Kostprobe ihres künstlerischen Schaffens.

2003 wurde er vom Kanton mit dem «Preis für Musik» geehrt. Der Künstler bedankte sich für die nun auch erfolgte Ehrung durch die Stadt. «Der Preis ist für mich eine grosse Ehre. Ich bin gerührt und stolz.»

Ragni blendete in seiner kurzen Ansprache zurück in seine Jugend. «Ich wollte eigentlich zuerst Schaufensterdekorateur werden», gab er eine Reminiszenz zum Besten. Die Lehrstelle in einem Bieler Warenhaus hatte er schon im Sack, als sein Vater ihn gleichentags noch ins Konservatorium mitnahm, zum Vorspielen seiner ersten Kompositionen.

Ein Impromptu habe den damaligen Direktor offenbar beeindruckt. «Sie können nächste Woche anfangen», beschied man Ragni auch dort. «Sie sehen, der Jugend standen damals alle Türen offen.»

Am Konservatorium Biel erhielt Ragni seine Diplomausbildung, anschliessend studierte er Komposition und Orchestration an der Musikschule Basel. Sein Vater starb während des Studiums und Ragni war auf Stipendien angewiesen, für die er sich noch heute sehr dankbar zeigt. Dem Publikum gab er an der Übergabefeier am Flügel eine Kostprobe seines kompositorischen Schaffens.

Alles, was eine Tänzerin ausmacht

Der Nachwuchsförderungspreis der Kulturkommission wurde an die Tänzerin Vera Brotschi verliehen. «Die heute 15-jährige Grenchnerin überzeugt die Jurys anerkannter Tanzwettbewerbe in der Schweiz und im benachbarten Ausland mit ihrem Ausdruck und ihrer Perfektion», sagte Laudatorin Myriam Brotschi Aguiar und zählte einen eindrücklichen Palmarès von internationalen Wettbewerbsplatzierungen auf.

In der Ballettschule von Barbara Bernard erhielt Brotschi ihr Rüstzeug für die Bühnen der Welt. «Sie bringt alles mit, was eine Tänzerin ausmacht: Ausstrahlung, eine künstlerische Linie, das Gefühl für Musik, ein athletisch-graziler Körper und nicht zuletzt Gewissenhaftigkeit», wurde Bernard zitiert.

Dank weitergereicht

Der Anerkennungspreis der Kulturkommission ging an die Schauspielerin Sandra Sieber, welche gemäss Laudator Matthias Meier-Moreno seit mehreren Jahren in Grenchen und der Region erfolgreich tätig ist.

«Mit ihren Auftritten als Schauspielerin in verschiedenen Produktionen wie Theaterstücken und szenischen Führungen sowie ihren Arbeiten mit Kamera und Film deckt Sandra Sieber ein breites Spektrum an darstellender Kunst ab.»

Sie führte auch schon mehrmals Regieassistenz am Stadttheater Solothurn und ist Theatervermittlerin für Kinder. Sieber gab den Dank unter anderen an Iris Minder weiter, welche für sie die Texte schreibt. Auch Vera Brotschi und Sandra Sieber gaben Kostproben ihrer Arbeit.