Bürgergemeinde Grenchen
Die Bürger Grenchens bleiben dank schwarzer Zahlen zuversichtlich

Trotz hoher Investitionen für das 98 Jahre alte Bürgerhaus von Grenchen resultieren im Budget 2012 der Bürgergemeinde schwarze Zahlen. Zudem wurden im letzten Jahr 38 Personen eingebürgert worden. All dies erfuhr man an der Generalversammlung.

German Vogt
Merken
Drucken
Teilen
Bürgerhaus Grenchen

Bürgerhaus Grenchen

AZ

54 Personen - rund die Hälfte davon Neubürger in Erwartung ihrer Bürger-Urkunde - konnte Bürgerpräsident Franz Schilt an der Budgetgemeinde-Versammlung der Bürgergemeinde Grenchen begrüssen. Trotz der schwieriger gewordenen Wirtschaftslage wartet der Voranschlag für das Jahr 2012 mit schwarzen Zahlen auf. Ein Sorgenkind ist das 98-jährige Bürgerhaus. Investitionen von über einer Million Franken sind nötig.

Bürgerhaus wird renoviert

Bei der anstehenden Renovation des Bürgerhauses müssen folgende Tatsachen in Betracht gezogen: Unangenehm ist die Ringhörigkeit, die Elektro-Installationen sind veraltet, ebenso die sanitären Einrichtungen. Wohnungen ohne Balkon sind heute nicht mehr vermietbar. Deshalb überlegt sich die Bürgergemeinde, in den Wohnungen im 2. und 3. Stock Erker-Balkone einzubauen. Im 1. Stock sollen zwei Büros eingerichtet werden.

Zu prüfen ist der Einbau eines Lifts. «Die Architekten Aldo Bigolin und Marco Crivelli stehen vor einem Jahrhundertwerk», so Franz Schilt. Trotz des Ausfalls der Mietzinse - die die Spitex zieht in die Neuüberbauung am Girardplatz - können 2012 rote Budgetzahlen vermieden werden. Dies dank der Einnahmen aus den Baurechtszinsen, dem Steinbruch Firsi, der Einbürgerungstaxen und den Subventionen für das Projekt Schutzwald.

Budget mit kleinem Gewinn

In der Kasse der allgemeinen Bürgerverwaltung resultiert bei 856 600 Franken Einnahmen und 831 500 Franken Ausgaben ein Ertrag von 25 100 Franken. Die Forstkasse schliesst bei 955 900 Einnahmen und Ausgaben 946 170 Franken mit einem Überschuss von 9730 Franken. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf total 615 000 Franke; 575 000 Franken figurieren unter «Kasse der Allgemeinen Verwaltung»; 40 000 Franken in der der Forstkasse für die Neuanschaffung eines Fahrzeuges, das in acht Jahresraten abgeschrieben wird.

Gedanken muss man sich auch über die Zukunft des uralten Einfamilienhauses an der Allmendstrasse 43 machen: Nach 53 Jahren verlässt der Mieter aus Altersgründen sein Zuhause. 75 000 Franken verschlingt die Sanierung der drei Umschlagplätze für Dieseltreibstoffe auf den drei Berghöfen. Die Einwohnergemeinde leistet daran einen freiwilligen Beitrag von 10 000 Franken. Diese Geste verdankte Bürgerpräsident Franz Schilt entsprechend.

Beim Forstbetrieb rechnet Förster Patrick Mosimann mit einem Hiebsatz von 6000 Kubikmeter. Zugleich musste er den starken Rückgang der Holzpreise infolge der Eurokrise beklagen. Die Absatzmöglichkeiten von Schweizer Schnittholzprodukten sind auf ein Minimum gesunken, der Importdruck ist hingegen sehr gross. Schwierig ist der Verkauf von Buchenholz. Die Nadelstammholz-Verkäufe sollen noch 187 000 Franken einbringen (Rechnung 2010: 242 636 Franken). Ein Lichtblick ist die Zunahme der Holzschnitzel-Heizungen. Der Voranschlag rechnet mit Einnahmen von 186 000 Franken bei Gestehungskosten von 62 000 Franken. Auf rund 50 000 Franken beziffern sich die forstfremden Leistungen des Forstbetriebs für die Öffentlichkeit.

38 neue Grenchner Bürger

Zu den Einbürgerungen: Gefordert waren Franz Schilt und Bürgerverwalter Renato Müller bei der Erläuterung der vielen Gesuche. Die Herkunft der neuen Bürger: Schweiz 5, Serbien 16, Bosnien und Kroatien je 4, Tschechien und Holland je 3, 1 Sri- Lanker. Rund anderthalb Stunden dauerten die Verhandlungen über die 26 von 51 Ausländern und fünf Schweizern eingereichten Bürgerrechtsgesuche. Sieben Gesuche mit 13 Personen wurden abgelehnt.