«Wir waren geschockt, als wir die Kündigung erhalten haben», sagt Brigitte Habegger, Inhaberin der Börse an der Rainstrasse 20 am Marktplatz. Ende Januar habe sie den Bescheid erhalten, dass sie mit ihrer Börse per Ende Juli ausziehen müsse. Trotzdem bleibt sie optimistisch: «Nun passen wir uns der Situation an und machen das Beste daraus», sagt Brigitte Habegger.

Räume sind oft zu klein

Weitermachen wolle sie nämlich auf jeden Fall. Sie habe nun bereits verschiedene Angebote in Grenchen geprüft und sei auch mit Verwaltungen in Kontakt, konkret seien die Pläne aber momentan noch nicht. «Das Problem ist meistens, dass die Räume zu klein sind», so Habegger. Schliesslich möchte sie die Börse, die momentan rund 200 Quadratmeter umfasst, nicht verkleinern.

Das umfangreiche Sortiment wolle man aufrecht erhalten. In Brigitte Habeggers Kleiderbörse gibt es nämlich längst nicht nur Kleidung für Kinder und Erwachsene zu kaufen. Von Spielsachen und verschiedensten Artikeln rund ums Kind über Accessoires wie Taschen oder Schmuck bis hin zu Büchern, CDs und sogar Ski- oder Sportausrüstungen ist fast alles vorhanden.

Standort Grenchen beibehalten

Ein Hauptkriterium für neue Räumlichkeiten sei natürlich auch, dass die Miete nicht zu hoch sein dürfe. «Da wir nur gebrauchte Ware verkaufen, können wir nicht allzu viel für den Mietzins ausgeben», erklärt Habegger. «Die Börse ist sehr wichtig für die Stadt Grenchen, denn es gibt viele Leute, die darauf angewiesen sind», weiss Brigitte Habegger. Schliesslich gebe es in Grenchen kein anderes Angebot in dieser Art. Deshalb stehe auch fest, dass die Börse weiterhin in Grenchen existieren soll. Sobald sie geeignete neue Räumlichkeiten gefunden habe, wolle sie ihre Kundschaft darüber informieren. Vorläufig gibt es für die Kundschaft keine Änderungen und die Warenannahme funktioniert wie gewohnt.

Seit 12 Jahren ist die Börse im Luterbacherhof zu Hause und ebenso lange ist Brigitte Habegger Inhaberin derselben. Sie arbeitet aber schon seit über 20 Jahren für die Börse, die es bereits seit 40 Jahren gibt. Nur ungern werde sie «ihre» Räumlichkeiten verlassen, denn die Lage zwischen Post- und Marktplatz sei ideal - auch wenn die Räume aufgrund der schlecht isolierten Fenster im Winter sehr kalt seien.

Auch Reisebüro Schneider muss wegziehen

Betroffen von der Kündigung ist auch das Reisebüro Schneider Reisen im Parterre desselben Gebäudes. Schneider Reisen erhielt die Kündigung aber bereits letzten Oktober und ist auf der Suche nach einem neuen Lokal bereits fündig geworden. Ab dem ersten April heisst Schneider Reisen die Kundschaft an der Centralstrasse 2, ganz in der Nähe der jetzigen Lokalität, willkommen. Im Gegensatz zur Börse, welche nur ungern umzieht, komme diese Veränderung dem Reisebüro gelegen, sagt Mitarbeiterin Sybille Hess.

Im jetzigen Geschäft werde es im Winter sehr kalt, da die grossen Glasfenster schlecht isolieren und die Radiatoren kaum heizen, sagt sie. Ausserdem seien die Toiletten nicht auf derselben Etage und nur durch Verlassen des Geschäfts zugänglich. Dies werde sich in der neuen Filiale an der Centralstrasse 2 ändern. «Das neue Geschäft wird etwas grösser und vor allem komfortabler sein», so Hess. Und die Lage in der Nähe von Post und Bushaltestellen sei sicher mindestens so gut.

Wieso die beiden Geschäfte die Kündigungen erhalten haben, ist kaum bekannt. Als Grund wurde lediglich die «Konzeptänderung» der Ladenfläche angegeben. Ursula Hengartner, Verwalterin der Räumlichkeiten und Mitglied des Stiftungsrates der Luterbacher-Stiftung, war am Telefon nicht bereit, Stellung zu nehmen. Über die Zukunft der betroffenen Räumlichkeiten gibt sie keine Auskunft.