Grenchen
Die besten Radprofis zeigten im Velodrome ihr Können

Das Velodrome Suisse erlebte mit der Track Cycling Challenge ein zweitägiges Radspektakel der Spitzenklasse. Die besten Radprofis der Welt zeigten ihr Können in der Uhrenstadt.

André Weyermann
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1. Track Cycling Challenge im Velodrome Oben werden schnelle Rundenzeiten gefahren, unten schnelle Cüplis gestürzt
27 Bilder
Die erste ist eine tote Runde
Viel Verkehr
Start zum Omnium, vorne Elia Viviani
Der Italiener Elia Viviani liegt vorne
Das Moderationsduo Monika Kaelin und Franco Marvulli
Sprintrennen der beiden Deutschen Kristina Vogel (rechts) und ihrer Teamkollegin Miriam Welte
Stadtpräsident François Scheidegger, Stadtschreiberin Luzia Meister und Biels Stadtschreiberin Barbara Labbé
Siegerehrung der U19
Zwei Missen als Ehrendamen
Geladene Gäste im VIP-Bereich sehen die Rennen von privilegierter Stelle
SWG-Chef Per Just im Gespräch mit John und Peter Traub
François Scheidegger mit Roger Rossier und Partnerin
Kulinarische Köstlichkeiten
Im hinteren Bereich der Halle wärmen sich Fahrerinnen und Fahrer auf der Rolle auf
Ein Video als Erinnerung
Die Startlisten werden diskutiert
Die Rennen werden aufmerksam beobachtet
Elia Viviani gewinnt das Verfolgungsrennen
Moderatorin und Schlagersängerin Monika Kaelin
Track Cycling Challenge im Velodrome
Ein niederländischer Fahrer beobachtet ein laufendes Rennen
Die mehrfache Olympisiegerin und Weltmeisterin Kristina Vogel
Die Dance Show Company aus Schwyz
Die Dance Show Company aus Schwyz
Das Publikum ist gut unterhalten
Star des Donnerstagabend-Showblocks: Francine Jordi

1. Track Cycling Challenge im Velodrome Oben werden schnelle Rundenzeiten gefahren, unten schnelle Cüplis gestürzt

Oliver Menge

Mit der Track Cycling Challenge, einem zweifachen Rennabend der höchsten Kategorie des internationalen Radsportverbandes, lancierten das Velodrome Suisse und die Stadt Grenchen einen jährlich wiederkehrenden Bahnradsportevent, welcher schweizweit seinesgleichen sucht. An zwei Rennabenden sorgten die weltweit besten Bahnradfahrer für schnellste Rundenzeiten und Action im Holzoval. In über 15 verschiedenen Disziplinen kämpften die Bahnprofis um die Siege und um eine Preisgeldsumme von über 35 000 Franken. Eine gute Gelegenheit also, aktuelle und ehemalige Spitzenathleten hautnah zu erleben.

Die Radrennfahrer gelten ja allgemein als unprätentiös. Der erste Kontakt ergibt sich im Innenraum des Ovals allerdings mit einer Legende aus einer ganz anderen Sportart: Fritz Künzli ist auch mit 68 Jahren noch ein begehrter Gesprächspartner und beliebtes Fotosujet. Das Velodrome begeistert ihn, an den FC Grenchen hat er Erinnerungen an dessen bessere Zeiten.

Vor allem aber ist er gekommen, um den Auftritt seiner Partnerin Monika Kälin beizuwohnen. Diese – äusserst adrett und attraktiv – zeigt sich auch als gewiefte Moderatorin und Interviewerin. So entlockt sie ihrem Moderationskollegen Franco Marvulli das eine oder andere Geheimnis. Der ehemalige Bahncrack (2-mal Weltmeister, Olympiamedaillen-Gewinner) entführt die Zuschauer eloquent in die Welt dieses Sports, plaudert über Scheibenräder, Helme oder fehlende Bremsen. Dazu erklärt er auch den nicht ganz so Fachkundigen anschaulich die verschiedenen Disziplinen wie Scratch, Ausscheidungsfahren, Omnium, Madison oder Keirin.
Auch der Schweizer Nationaltrainer, der Bieler Daniel Gisiger, einst ebenfalls ein begnadeter Bahnfahrer, scheint trotz seiner Aufgabe äusserst locker und findet da und dort Zeit für einen kurzen Schwatz.

Bei der Aktiven sticht dem interessierten Laien ein Name besonders ins Auge: Elia Viviani. Der erst 25-jährige Italiener mischt regelmässig auch auf der Strasse bei den spektakulären Massenankünften an der Spitze mit. Obwohl er erst vor ein paar Tagen in den Vereinigten Staaten bei der Pro Cycling Challenge einen Sprint gewinnen konnte, duelliert er sich in der Vielseitigkeits-Prüfung mit dem französischen Weltmeister Thomas Boudat um den Sieg – und gewinnt im Spurt.

Sachkundiges Publikum

Im Publikum sitzen neben einigen Neulingen offensichtlich auch diverse Habitués. Der ehemalige Spitzenjudoka Markus Fürst zum Beispiel, der sich kaum einen Anlass im Velodrome entgehen lässt. Bei einem Sturz im Sprintrennen der Frauen leidet Heinz Rieder auf der Tribüne offensichtlich mit. Ihm, der während Jahren die ungemein vielseitige Weltmeisterin und Olympiamedaillengewinnerin Karin Thürig (Triathlon, Duathlon, Zeitfahren) betreut hat, ist vor kurzem Ähnliches widerfahren, sodass er seine aktive Tätigkeit auf der Bahn einer Schulterverletzung wegen im Moment nicht ausüben kann. Zum begeisterten Bahnradfahrer ist auch Peter Traub Junior geworden. Der Restaurant-und Hotelverantwortliche begibt sich 3-mal pro Woche auf die Bahn. «Die Kameradschaft, gepaart mit Action, bei welcher stets auch Konzentration gefragt ist», mache die Faszination der Sportart aus.

Grenchen ins Bild gerückt

Eine runde Sache ist der Anlass aber vor allem auch für die Stadt Grenchen. Die Wirkung nach aussen kann wohl nicht hoch genug eingeschätzt werden. So wurde zum Beispiel letzte Woche in der Sendung «Sport aktuell» die Stadt während eines Berichtes über den Schweizer Bahnvierer so richtig prominent ins Bild gerückt. Ein grosses «Stadt Grenchen»-Plakat war just wenige Stunden vorher im Zielbereich angebracht worden und sei laut Silvan Granig vom Standortmarketing, Kultur und Sport, während mindestens 30 Sekunden immer wieder zu sehen gewesen. «Das war sehr gute Werbung für die Stadt.»

Grenchen unterstützt den Anlass übrigens nach einem GRK-Beschluss grosszügig. Folgerichtig ist man denn auch im VIP-Bereich sehr präsent und lädt diverse Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur zum Radspektakel ein. Stadtpräsident François Scheidegger, selber ein begeisterter Radfahrer, freut sich: «Mit diesem Anlass können wir nicht nur das Velodrome, sondern auch unsere Stadt weiter bekannt machen. Es ist uns aber auch ein Anliegen, mit unseren Einladungen diverse verdiente Personen emotional zu binden, ein Zeichen der Wertschätzung zu setzen und natürlich das so wichtige Networking zu betreiben.»