Der Mensch scheint in der kalten Zeit wie die Natur in eine Art Winterschlaf zu fallen. Man ist plötzlich langsamer unterwegs und wird müde, sobald es am späten Nachmittag eindunkelt.

Die letzten zwei Monate im Jahr sind diejenigen, in denen man besinnlicher wird. Von mehreren Seiten hörte ich, wie man sich gerade mit fortschreitendem Alter im Spätherbst der eigenen Einsamkeit bewusst wird. Doch auch in jungen Jahren kommt dieses Gefühl manchmal auf.

Ein wirksames Mittel gegen das Alleinsein ist, unter die Leute zu gehen. Wenn Sie sich momentan einsam fühlen, so könnte dies einen Versuch wert sein. Vielleicht haben Sie am Samstag Lust auf eine der beiden Ballettaufführungen zum «Nussknacker», die im Parktheater zu sehen sind. Im Kleintheater könnten Sie einen Abend mit Sängerin und Musikerin Katie Freudenschuss verbringen. Tagsüber sammeln die Feuerwehren der Umgebung am Samstag für die Aktion Telethon, die seltene Erbkrankheiten bekämpft und betroffene Familien unterstützt.

Besucher können mit der Autodrehleiter der Grenchner Feuerwehr die Stadt von oben betrachten und eine Spritztour mit dem Tanklöschfahrzeug unternehmen. Am Sonntagvormittag lädt das Pro Jazz mit sechs Profimusikern und Mainstream-Swing zur Jazz-Matinee ein und am Abend stellt Sybille Oetliker im Eusebiushof das Kinderspital in Bethlehem vor, wo jährlich Tausende von kranken Kindern behandelt werden.

Ja, sich begegnen und austauschen kann gegen die Einsamkeit helfen und wirkt ausserdem nicht selten erfüllend. Am Dienstag tauschten sich beispielsweise acht Seniorinnen und Senioren anlässlich des vierten Geschichtencafés im Kultur-Historischen Museum mit Vermittlerin Monika Bruder über ihre Vergangenheit aus. Das Museum möchte immer mehr ein Begegnungsort sein. Mit dem Geschichtencafé erhofft es sich, darauf zu sensibilisieren, über die eigene Vergangenheit nachzudenken und sie zu erzählen.

Eine der besprochenen Stationen: Kinder gingen mit der Schulklasse oder in der Freizeit Maien- oder die Kartoffelschädlinge, die sogenannten Coloradokäfer, sammeln, für die sie teilweise mit zwanzig bis zu fünfzig Rappen pro Stück belohnt wurden. Für die Kinder war das Spielen dazumal, so schlossen die Zeitzeugen, noch voller Kreativität, da man keine Spiele vorgesetzt bekam, sondern sie selber erfand. Im Wald entstanden auf diese Weise ganze Geschichten und Dörfchen, geflochten aus Stroh.

In dem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende voller besinnlicher Begegnungen!