Die Bau-, Planungs- und Umweltkommission (Bapluk) arbeitet eng mit der Baudirektion zusammen. Sie ist Aufsichtsbehörde der Baudirektion und stellt dem Gemeinderat oder der Gemeinderatskommission Antrag. Gleichzeitig werden die Geschäfte der Bapluk durch die Baudirektion vorbereitet, welche auch die Protokolle verfasst. Hat da die Kommission überhaupt noch Handlungsspielraum? Konrad Schleiss, der seit zwei Jahren die Bapluk präsidiert, gibt zu: «Es ist manchmal nicht ganz einfach, die jeweiligen Rollen zu definieren.»

Starke Verwaltung

Nur sei das Grenchner System im Allgemeinen so angelegt, dass die Verwaltung eine starke Position habe. Das gelte es zu respektieren und als Miliz-Politiker das Beste daraus zu machen. «Ich bin von meinem Naturell her eher ein ausgleichender Mensch», fügt er bei. Dies mache vieles einfacher, auch die Arbeit innerhalb der Kommission. Er hat verschiedene Vorschläge eingebracht, die den Zusammenhalt auch über die Parteigrenzen hinweg stärken sollen. So hat er eine Klausurtagung oder auch ein gemeinsames Kommissionsessen vorgeschlagen.

Die Bapluk wird in nächster Zeit gefordert sein. Denn es gilt, neben den Tagesgeschäften die anstehende Ortsplanungsrevision eng zu begleiten. «Es geht um die Frage, welche städtische Vision Grenchen für die Zukunft verfolgen will», erklärt dazu der 57-jährige Familienvater. Bereits jetzt bietet Grenchen 11 000 Personen einen Arbeitsplatz und es könnten in Zukunft noch einige Tausend dazukommen. «Wir müssen unsere Infrastruktur für die zukünftige Arbeitswelt planen und eine bessere Durchmischung der Bevölkerungsstruktur anstreben, das heisst vermehrt Personen mit mittlerem und höherem Einkommen nach Grenchen locken.»

Auch Firmen sollen Parkplätze bewirtschaften

Ein wichtiges Anliegen ist ihm auch die konsequente Parkplatz-Bewirtschaftung vor allem bei grossen Arbeitgebern. Vor allem in industriell genutzten Liegenschaften werde dies noch zu wenig beachtet. «Die Stadt darf nicht zweimal von Pendlern belastet werden, in dem neben der Strasseninfrastruktur auch noch deren Parkplätze belegt werden. Jeder Arbeitgeber soll für genügend Parkplätze für seine Pendler sorgen. Hier muss ein klares Konzept auf den Tisch – am liebsten mit einer einheitlichen Parkplatzbewirtschaftung, wobei auch die Bahnhöfe miteinbezogen werden sollten», fordert Konrad Schleiss. Selbstverständlich könne dies nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg beschlossen werden, sondern es gelte, sich zusammenzusetzen, um tragfähige Lösungen zu suchen.

Mehr Kooperation angestrebt

Konrad Schleiss ist ETH-Agronom mit Doktortitel und Inhaber/Geschäftsführer der Firma Umweko GmbH, welche in der Umweltberatung tätig ist. Zudem präsidiert er seit fünf Jahren den Verein Regionalplanung Grenchen-Büren (REPLA GB). Er ist es sich also gewohnt, in grösseren Dimensionen zu denken. So schwebt ihm denn auch eine Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden vor. «Wie in den Agglomerationen Solothurn oder Biel wäre im Bereich Siedlung und Verkehr ein Agglomerations-Programm Bettlach-Grenchen-Lengnau wünschenswert» meint er dazu. Bei den meisten Verkehrsträgern macht er noch einen Mangel an planerischen Grundlagen aus: «Wir können den Ausbau des Autobahnanschlusses oder der Bahninfrastruktur aber nicht in der Ortsplanungsrevision planen. Dazu brauchen wir eine Zusammenarbeit mit kantonalen und Bundesämtern.»

Man hört es am Dialekt. Der Bapluk-Präsident stammt ursprünglich nicht aus der Region. Seine Wurzeln liegen in der Zentralschweiz in Engelberg. Jahrelang hat er im Kanton Zug gewohnt, und ein seit über zwanzig Jahren guter Auftraggeber ist der Kanton Zürich. Nach Grenchen hat ihn die Liebe gebracht. Seine Lebenspartnerin kommt nämlich aus der Romandie, und so habe man sich in etwa in der Mitte getroffen. Seit 2003 lebt die Familie in Grenchen, besitzt ein schmuckes Einfamilienhaus an der Weinbergstrasse.

Engagement für die Stadt

FDP-Mitglied Konrad Schleiss wurde durch nachbarschaftliche Begegnungen in die Politik «gespült». Insbesondere Gespräche mit dem langjährigen Grenchner Vize-Gemeindepräsidenten Hubert Bläsi hätten zu seinem Engagement geführt. Wobei er keine politische Karriereplanung im Hinterkopf habe: «Ich möchte mit meiner Kommissionsarbeit die positive Entwicklung der Stadt fördern und danke als Kommissionspräsident für das Vertrauen.» Und fügt an: «Wir fühlen uns als Familie in Grenchen ungemein wohl. Mit meinem Engagement in der Gemeinde will ich das auch zum Ausdruck bringen.»

Weitere Mitglieder der Kommission sind: Alex Kaufmann, Jürg Bumbacher, Daniela Monnier, Ivo von Büren, Marc Willemin und Rolf Winzenried.