Seit Donnerstag kann an der Aussenbar des «Baracoa» und auf den rund 150 Aussensitzplätzen wieder geplaudert, getrunken und genossen werden – mit vielen gut gelaunten und sommergluschtigen Gästen wurde die «Open-Air-Saison 2012» eröffnet. Das Zentrum wird mit Leben gefüllt, dafür bleibt die westliche Bettlachstrasse ab sofort bei schönem Wetter von Donnerstag- bis Samstagabend ab 18.30 Uhr wieder zu.

Chef Mehmet Polat ist happy: «Die Eröffnung des Aussenbereichs mit Bar ist für uns alle immer etwas Besonderes. Sie läutet den Frühling ein und ist auch vom Geschäft her sehr wichtig.» Immerhin: Während der Sommermonate erwirtschaftet das Baracoa rund 30 Prozent mehr Umsatz. «Ohne das ginge es gar nicht.»

Auch die Gäste sind froh, dass «ihr» Baracoa wieder draussen wirtet. Stellvertretend erklärt einer der Gäste: «Meine Kollegen und ich sind sehr oft im Baracoa, trinken ein Bierchen und lassen den Tag ausklingen. Das Baracoa ist für mich das Lokal und der Treffpunkt in Grenchen.»

«Halten uns an die Spielregeln»

Nur unwesentlich getrübt wird die Freude dadurch, dass – so willkommen vielen Grenchnerinnen und Grenchnern die Aussenbar auch ist – damit auch die Zeit für Lärmreklamationen beginnt. Viele sind es zwar nicht, weiss Stadtpolizeichef Robert Gerber – und die Beschwerdeführer sind immer wieder die gleichen. Dennoch nehmen die Polizei und Mehmet Polat das Thema ernst. «Uns ist wichtig, dass wir eine gute Stimmung haben. Aber natürlich halten wir uns an die Spielregeln», erklärt Polat. Probleme habe es in den letzten Jahren nicht gegeben. Pünktlich um 00.30 Uhr werde die Party jeweils in den Innenbereich verfrachtet, wo weitergefeiert werden darf.

Ausserdem hat der Wirt Auflagen zu erfüllen. Dass er auf öffentlichem Grund wirten darf, lässt sich Polat jedes Jahr einige hundert Franken kosten. Nicht als Einziger: Andere Betriebe wie das «Passage», das «Krebs» oder ab dieser Saison neu auch die Foxy-Bar wirten ebenfalls auf öffentlichem Boden.

Beruhigte, belebte Innenstadt

Was viele nicht mehr wissen: Dass die westliche Bettlachstrasse im Frühling und Sommer zu bleibt, geht auf einen politischen Vorstoss aus dem Jahr 2004 zurück. SP-Gemeinderat Urs Wirth wollte damals erwirken, dass die ganze Bettlachstrasse während der Sommermonate (an allen Tagen) gesperrt wird. Er bezweckte damit, die Belebung, der sich die Bettlachstrasse im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Stadtzentrums erfreuen durfte, zu stärken und «die sinn- und nutzlosen Promenadenfahrten» abzuschaffen, welche ein Gefahrenpotenzial darstellten. Die Motion wurde in ein Postulat umgewandelt und in der heutigen Form umgesetzt.

Nicht ohne Erfolg, wie der Stadtpolizeikommandant sagt, denn die unerwünschten Promenadenfahrer sind verschwunden; Junglenker, die sich und ihre Fahrzeugen der Öffentlichkeit präsentieren müssen, in sich ständig wiederholenden Kursen durch und um das Zentrum, sind selten geworden. Eine Erleichterung. Weniger Verkehr bedeutet weniger Gefahr, denn die Fahrer hatten oft «nicht nur Benzin getankt», weiss Robert Gerber. Daher meint er es tatsächlich so, wenn er sagt, dass dem Zentrum ohne das Baracoa definitiv etwas fehlen würde. Eine Meinung, die der Polizeichef mit einer ganzen Menge Baracoa-Gästen teilt.