Rüti
Die Ausbaupläne der Hyga AG konkretisieren sich

Die Einwohnergemeinde Rüti und die Hyga AG informierten zur Überbauungsordnung «Erlehof II». Die Mitwirkung für die Bevölkerung ist im Gang.

Margrit Renfer
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Modell zum Ausbau der Hyga (linke Seite neuer Teil).

Modell zum Ausbau der Hyga (linke Seite neuer Teil).

Margrit Renfer

Im Industriegebiet in Rüti will die Hyga AG ihren Produktionsbetrieb von Baby-, Damen- und Erwachsenen-Hygieneartikeln erneuern und modernisieren. Der Betrieb braucht mehr Gebäude, um Ersatzinvestitionen zu tätigen und gleichzeitig weiter produzieren zu können. Auch die Logistik soll zentralisiert werden.

Hyga ist bekannt für interessante ökologische Differenzierung in der Entwicklung der Hygieneartikel und möchte diese auch selber produzieren. Um den Ausbau zu ermöglichen, braucht es Anpassungen an die 1990 mit 43 gegen nur 1 Stimme genehmigte Überbauungsordnung Erlehof vis-à-vis der Wohnzone. Die Abgrenzungen dieser zwei Hektaren grossen Überbauungsordnung werden nicht verändert, jedoch an die neuen kantonalen Rahmenbedingungen etwa der Arbeitszonenbewirschaftung, ökologische Ausgleichsflächen oder Lärmschutz angepasst. «Es freut uns, wenn Unternehmen modernisieren. Wir geben unsern Bürgern die Möglichkeit zur Information und Mitwirkung und verstehen beide Seiten», sagte an der bereits dritten Infoveranstaltung zum Thema Gemeindepräsident Theodor Bösiger.

Betroffen fühlen sich vor allem direkte Anwohner. Man höre von aussen die Kartonpresse und die anderen Maschinen. Die An- und Wegfahrten der Lastwagen und der Mitarbeitenden im Schichtbetrieb seien zum Teil gefährlich und laut, hiess es. Die geplanten neuen Gebäude würden die Sicht der nahen Wohnhäuser einschränken. «Wir waren uns dieser Auswirkungen nicht bewusst, als wir das Haus neben der Industriezone bezogen. Bis jetzt war hier ein Fussballtrainingsfeld», war an der Infoveranstaltung zu hören.

Das Familienunternehmen Hyga AG kaufte aber das Industrieland bereits 1985 aus der Konkursmasse der Firma Bivia, eines Décolletagebetriebes, der bereits in den 1960er-Jahren eine ähnliche Erweiterung vorsah.

Zonenplan soll bis Sommer 2020 vorliegen

Lärmmessungen bei offenen Fenstern der Fabrik und laufenden Maschinen sollen die Ist-Situation aufzeigen. Der Lastwagen- und weitere Verkehr sollte verlangsamt, ein Wendeplatz erstellt und die Parkierung neu angeordnet werden. Von den Gemeindebehörden wurden die Lärmmessungen eng begleitet. Die Reduktion des Produktions- und Verpackungslärmes an der Quelle mit neuen Systemen ist auch für Dieter Gilomen von der Hyga AG ein Anliegen und Massnahmen müssten im Bewilligungsverfahren ausgewiesen werden. Leider sei die An- und Abfuhr über die angrenzenden Bahngeleise im Moment nicht durchführbar.

Am koordinierten Verfahren Überbauungsordnung und Baugesuch wird jetzt weitergearbeitet. Nach der Mitwirkung und Auflage ist geplant, dass der Zonenplan im Sommer 2020 an der Gemeindeversammlung traktandiert wird. Wir «alle wollen Industrie, aber möglichst nicht hier», formulierte ein Infoanlassbesucher die Problematik. Schliesslich gäbe es mit Hyga in Rüti 100 Vollzeitstellen.