Luftfahrt
Dewoitine D26 ist in Grenchen gelandet

Die Dewoitine D26 «Stadt Grenchen» landete nach zehn Jahren wieder auf ihrem ehemaligen Heimatflughafen. Der Hochdecker ist mit Jahrgang 1931 das zweitälteste fliegende Flugzeug der Schweiz.

Peter Brotschi
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Grenchner Tagblatt

Eine ehemaliges Militärflugzeug aus der Zwischenkriegszeit französischer Herkunft, aber in Lizenz 1931 bei der Eidgenössischen Konstruktionswerkstätte (K+W) in Thun gebaut und jetzt das zweitälteste fliegende Flugzeug der Schweiz: Die Dewoitine D26 besuchte nach einem Jahrzehnt wieder mal den Flughafen Grenchen, wo sie bis 1964 geflogen ist. Vor der Abgabe an Flieger und Flab Museum Dübendorf gehörte der Oldtimer der Stiftung Museum Grenchen.

Beim Empfang auf dem Regionalflughafen freute sich Stiftungsratspräsident Alfred Fasnacht, dass dieser Zeuge der Schweizer und Grenchner Luftfahrtgeschichte wieder flugtüchtig ist. Die Appair von Albert Zeller, beheimatet in Teufen, ist seit vergangenem Frühling neue Besitzerin der Dewoitine. Mit viel Engagement haben es Zeller und seine Fliegerfreunde fertig gebracht, dass das ehemalige Militärflugzeug wieder fliegen darf. Zuletzt war es nämlich 2002 für eine Viertelstunde in der Luft gewesen bei der Einweihung des neuen Museumbaus in Dübendorf.

Dewoitine soll bei grösseren Anlässen Gast auf dem Flughhafen sein

Alfred Fasnacht lobte die gute Zusammenarbeit mit der neuen Besitzerin, die auch wieder einen verstärkten Bezug zu Grenchen haben wird. Bei grösseren Anlässen soll die Dewoitine Gast auf dem Flugplatz sein. Stadtpräsident Boris Banga hob die Bedeutung des Flughafens für die Region Grenchen hervor. Er sei neben der sehr guten terrestrischen Anbindung von Grenchen an das nationale Verkehrsnetz ein weiterer Pluspunkt für die Wirtschaft.

Der Besuch der Dewoitine, die von einem Neunzylinder-Sternmotor angetrieben wird, löste bei vielen Besuchern Erinnerungen an die fünfziger und sechziger Jahre aus. Damals schleppte das Flugzeug die Segelflugzeuge an den Jura und über den Bucheggberg.

Kurt Stuber, ehemaliger Lehrer der Berufsschule Grenchen und Fluglehrer, freute sich, den klassischen Hochdecker wieder zu sehen. Er war damals einer der aktivsten Schlepppiloten und führte rund 700 Flüge mit dem legendären Flugzeug durch. Karl Sänger, ein in der Oldtimerszene bekannter Pilot, flog die Dewoitine vor. Er hat mit seiner Arbeit massgeblich dazu beigetragen, dass dieses Flugzeug seine Flugtüchtigkeit wieder anerkannt erhielt.

Gleich alt wie der Flughafen

Die D26 mit der militärischen Registrierung 286 wurde gemäss dem Luftfahrzeugregister der Schweizer Luftwaffe am 20. August 1931 in den Dienst gestellt. Sie ist also fast gleich alt wie der Flughafen Grenchen, der im Frühling 1931 gegründet wurde.

Das Flugzeug dient denn auch als schönes Symbol für die Zusammenarbeit zwischen der letzten Besitzerin, der Stiftung Museum Grenchen, und dem Flughafen Grenchen. Zum 80-Jahr-Jubiläum findet nämlich im Kultur-Historischen Museum eine Sonderausstellung über den Flughafen statt, die im kommenden März eröffnet wird.

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