Verpflegung
Deutlich weniger Automaten als in Solothurn oder Olten: Selecta in Grenchen mit Nachholbedarf

Nur vier öffentliche Automaten gibt es in Grenchen bis jetzt: Selecta will deshalb aufrüsten. Auf dem Postplatz und an der Schmelzistrasse sind zwei Automaten geplant.

Daniela Deck
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Hanspeter Bärtschi

Nur vier öffentlich zugängliche Selecta-Automaten stehen heute in Grenchen, zwei am Südbahnhof, einer am Nordbahnhof und einer beim Auto-Center Grenchen an der Solothurnstrasse 164. Damit ist die Stadt aus Sicht der Firma schwach entwickelt, besonders im Vergleich mit Solothurn und Olten.

Bald sollen es in Grenchen zwei Automaten mehr sein. Seit dem Sommer hat Selecta Baubegehren für je einen Automaten mit Kaltgetränke-Ausgabe am Postplatz und an der Schmelzistrasse 14 eingereicht. Diese wurden Ende August und Anfang Oktober publiziert.
Opposition gibt es offenbar nicht gegen die neuen Warenautomaten, wie sie in der kantonalen Bauverordnung heissen. Stadtbaumeister Aquil Briggen bestätigt, dass es in beiden Fällen keine Einsprachen gegeben hat. Selecta will die Automaten noch dieses Jahr montieren, wann genau, sei noch nicht bestimmt.

Snacks statt Publifone

Im Gesamtbild kann allerdings von einer Unterversorgung der Uhrenstadt mit Selecta-Sandwiches, -Butterbrezeln, -Salametti und -(Eis-)Kaffee keine Rede sein. Die vier Automaten an öffentlichen Plätzen machen nur einen winzigen Bruchteil des hiesigen Geschäfts aus. In den Industrieliegenschaften betreibt die Firma nämlich nach Auskunft von Firmensprecherin Patrizia von Gunten rund 200 Automaten.

Defibrillator ist beim Automaten zu finden

In Olten und Solothurn betreibt Selecta nach eigenen Angaben 20 bzw. 16 öffentliche Verkaufsstellen, dies inklusive der automatischen Lavazza-Kaffeemaschinen. In Olten ist zudem ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Solothurner Spitäler AG (soH) und der Herzstiftung Olten angelaufen. Unter dem Namen «Momentum» wurden zwei Selecta-Standorte mit Defibrillatoren kombiniert. Das Ziel: Den Zugang zu Defibrillatoren im öffentlichen Bereich verbessern.

In Grenchen existiert bereits ein Netz von neun öffentlich zugänglichen Defibrillatoren: Marktplatz-Stadtdach, Busbahnhof-Postplatz, Stadthaus-Nordseite, Parktheater-Restaurant, Feuerwehrgebäude, Fussballstadion, Feuerwehrgebäude Staad, Untergrenchenberg-Restaurant, Flughafen-Restaurant. (dd)

Seit dem Rückbau der Telefonkabinen durch die Swisscom wittert Selecta landesweit Morgenluft. Die Begründung: «Der Selecta-Automat ist eine gute Alternative, um diesen Standort weiterhin zu nutzen. Selecta ist zudem am Entwickeln neuer Konzepte, welche bald zu Testzwecken auf den Markt kommen werden.» Eine erste Idee hat sich in Olten bereits konkretisiert (vgl. links).

Überraschend lange Geschichte

Die Geschichte der automatischen Ausgabe von Esswaren per Münzeinwurf ist länger, als man denkt. So stand in der Uhrenstadt nach Auskunft von Selecta schon vor rund hundert Jahren ein Automat am Bahnhof. Das war die Zeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg – und ungefähr 30 Jahre, bevor die Firma Selecta selber gegründet wurde.

Betrieben wurden diese frühen Automaten von der Schweizerischen Automatengesellschaft, welche 1969 mit Selecta fusionierte. Leider ist nicht mehr bekannt, an welchem der beiden Bahnhöfe das technische Wunderwerk den Quartierläden Konkurrenz machte und in welchem Jahr der Automat aufgestellt wurde. Ebenso wenig, welche Nahrungsmittel dort erhältlich waren und ob auch Getränke zum Angebot gehörten. Es lässt sich aber vermuten, dass Haferguetzli und Ovomaltine-Produkte (oder andere Energieriegel auf Malzbasis) aus den Automaten purzelten, doch sicher ist das nicht.