Grenchen
Der Zonenplan wird für neuen Standort der Kita Teddybär angepasst

Die Kita hat einen neuen Standort an der Jurastrasse in Grenchen gefunden. Im Gemeinderat wurde für sie ein Ausnahmepassus im Zonenreglement beschlossen.

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Im alten Spital Grenchen war die Kita «Teddybär» bisher beheimatet.

Im alten Spital Grenchen war die Kita «Teddybär» bisher beheimatet.

Oliver Menge

Mehr zu diskutieren als erwartet gab im Gemeinderat eine Anpassung des Zonenreglementes. Die Kita Teddybär, zurzeit im alten Spital (das der Überbauung Sunnepark weicht), habe einen neuen Standort gefunden und könne in das Gebäude östlich der Pignonfabrik an der Jurastrasse einziehen, gab Stadtpräsident François Scheidegger bekannt. Nur wäre diese (rein gewerbliche) Nutzung für die Wohnzone nicht zulässig. Die Baudirektion bzw. die Bapluk beantragte deshalb einen neuen Ausnahmepassus im Zonenreglement, der ihr im Einzelfall, «der im öffentlichen Interesse liegt und der Quartierversorgung dient», Ausnahmen erlauben würde.

Marco Crivelli (CVP) kritisierte die gewählte Formulierung als «zu schwammig». Sie öffne die Tore für Streitfälle. Die Fraktion lehne eine Änderung ab. Auch Clivia Wullimann (SP) warnte davor, das Reglement für einen Einzelfall ohne Not zu ändern, und plädierte für Rückweisung. Wenn schon, müsse der Gemeinderat über Ausnahmen entscheiden, nicht die Baudirektion.

Alex Kaufmann (SP) reichte denn auch einen Abänderungsantrag in diesem Sinne ein. Dieser setzte sich in der Ausmarchung knapp durch: 7 Gemeinderäte stimmten für die Änderung, 7 dagegen. Stadtpräsident François Scheidegger gab den Stichentscheid dafür.

Zur Sunnepark-Überbauung hätte laut Konzept eine Kita gehört. Initiant Willi Gyger lässt durchblicken, dass eine Kita als Mieterin «nicht gerade attraktiv» (finanziell) sei, man aber durchaus Hand geboten hätte, auch für eine Übergangslösung in der alten Wäscherei während des Baus der neuen Wohnungen. «Wenn die Kita Teddybär jetzt eine für sie bessere Lösung in der Nähe gefunden hat, ist mir das auch recht», meint Gyger.

Velomuseum retten

Der Gemeinderat hat ferner über die Dringlichkeit einer Interpellation von Alex Kaufmann diskutiert. Dieser wies darauf hin, dass ein Velomuseum in Brügg b. Biel mit 500 Exponaten aus allen Epochen per Ende Juni wegen Kündigung des Mietvertrages eine neue Bleibe sucht.

«Dies wäre für Grenchen mit seinem Velodrome eine Chance. Ein geeigneterer Ort für die Geschichte des Velos ist kaum denkbar», begründete Kaufmann. Unter anderem ist auch das Rennrad von Ferdy Kübler ausgestellt, mit dem dieser 1950 die Tour de France gewann.

Stadtschreiberin und «Velo-Expertin» Luzia Meister betonte, dass es in diesem Zusammenhang vor allem wichtig sei, das persönliche Fachwissen von Betreiber Edy Arnold zu sichern. Nachdem man seitens der Stadt versicherte, umgehend mit Arnold Kontakt aufzunehmen, verzichtete Kaufmann auf die dringliche Behandlung (weiterer Bericht vgl. gestrige Ausgabe). (at.)