Laut Kalender müsste es ja jetzt allmählich Winter werden. Geschneit hat es ja schon mal, aber dann ist Frau Holle der Schnauf rasch ausgegangen. Dafür gabs diese Woche ein Gewitter mit Blitz und Donner und kurzzeitige Niederschlagsmengen, dass man sich fast wie in den Tropen fühlte. Unentwegt kündet derweil der Skilift den Start der Skisaison in einer Woche an. Das nennen wir die richtige Einstellung. Denn Petrus kann ja bis dann der Frau Holle längst den Tarif durchgeben und ihr sagen, was sie der Jahreszeit gemäss zu tun hätte. Erste Sahne wäre dabei, wenn wir mal den Weihnachtsmarkt mit etwas Schnee eröffnen könnten. Die Welt sieht einfach besser aus mit Zuckerguss.

Wir wären auch sonst parat. Die Winterreifen sind montiert, die Pflanzen am «Schärme» und die Sommerkleider eingemottet. Aber vielleicht bleibt halt alles grau in grau und lau wie in den letzten Tagen (und Jahren). Die Weihnachtsbeleuchtungen helfen wenigstens mit, dass man mit dieser Situation besser klarkommt. Auf dem Marktplatz sieht es dank dem Weihnachtsbaum und den Leuchtgirlanden schon fast heimelig aus. Für mich ist eine dezente Adventsbeleuchtung das, was der Blumenschmuck im Sommer: Es hebt die Stimmung und ist gut für das Gemüt.

Wer heute Samstag auf den Marktplatz kommt, darf auch die Wiedereröffnung des Restaurants Passage nach dem Brand am 12. September nicht verpassen. Antonio Gonzales und sein Team empfangen ab heute wieder Gäste für Essen und Trinken. Ihr Effort verdient Respekt.

Nach den Festtagen und dem Neujahrsapéro wird aber wieder Leere sein auf dem Marktplatz. Dem will die Stadt mit einer synthetischen Eisbahn abhelfen, welche am 7. Januar für zwei Wochen unter dem Stadtdach eröffnet wird. Dann heisst es, Schlittschuhkufen schärfen und rein ins Vergnügen. Bei nur 140 m2 Grösse liegen allerdings keine grossen Sprünge drin. Es gehe ums Ausprobieren, heisst es bei der Stadt, und dass auch im Winter Leute auf dem Marktplatz kommen. Einen Versuch ist das sicher wert. Und da die Bahn aus Plastik ist, braucht es keinen Eismeister. Und keinen Winter.