Angrenzend an den Windpark auf dem Grenchenberg soll ein weiterer Windpark auf kantonalberner Boden entstehen. Das Projektdossier für den Windpark Montoz-Pré Richard wurde dem Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons des Kantons Bern zur Vorprüfung eingereicht, wie einer Mitteilung der Energieserviece Biel (ESB) zu entnehmen ist. «Unser Windparkprojekt ist von der Grösse her vergleichbar mit dem Grenchner Projekt», erklärt Heinz Binggeli, Direktor der ESB, auf Anfrage.

Es sind sieben Windräder, eines mehr als in Grenchen, die zusammen eine jährliche Energiemenge von 32 Gigawattstunden (GWh) erzeugen sollen. Die Windräder sollen auch rund 160 Meter hoch werden (inkl. Rotoren). Die Investitionshöhe ist mit 40-50 Millionen Franken ebenfalls in ähnlicher Höhe wie beim Windparkprojekt der SWG. «Wir wollten ein Projekt, das auch optisch mit dem benachbarten Windpark Grenchen harmoniert», erklärt Binggeli.

Synergie bei Trassee und Bau

Es gebe auch Synergien mit dem Grenchner Windpark. So plane man für die Errichtung der Anlage die Grenchenbergstrasse zu nutzen, welche für den Windpark Grenchen ausgebaut wird. Auch sei der Transport des Stromes über die Leitungen geplant, welche die SWG bzw. Swissgrid für den Windpark Grenchen baut.

 Anlässlich des offiziellen Starts des « koordinierten Verfahrens» wurden laut ESB-Mitteilung alle betroffenen Ämter der Kantone Bern und Solothurn sowie der Region zu einer Präsentation eingeladen. Im Kanton Bern kann das Verfahren zur Überbauungsordnung und das Baubewilligungsverfahren simultan erfolgen.

"Kein Zeitdruck"

Die Vorprüfung über das drei Ordner umfassende Dossier soll bis ende 2016 erfolgen. Danach kann das Projekt aufgelegt werden und Einsprachen sind möglich. Wenn alles plangemäss läuft, kann 2019 mit dem Bau der Anlage begonnen werden. «Wir stehen nicht unter Zeitdruck und haben keinen eigentlichen Baubeginnstermin geplant», erklärt Heinz Binggeli weiter.

Der Standort aller sieben Windräder ist auf dem Gemeindegebiet von Court, wobei eine Anlage auf Land steht, welches der Bürgergemeinde Lengnau gehört. Eine öffentliche Mitwirkung fand vom 13. April bis 4. Mai statt. Laut Angaben von esb-Chef Binggeli steht die lokale Bevölkerung von Court weitgehend hinter dem Projekt. Einsprachen seien deshalb vor allem von nationalen Organisationen zu erwarten.