Grenchen

Der Vorkindergarten soll definitiv eingeführt werden

Vorkindergarten in Grenchen.

Vorkindergarten in Grenchen.

Die Grenchner Politiker stellen am Dienstag wichtige Weichen für die Zukunft der Stadt. Zur Sprache kommen das Thema «Repla-Grenchen-Büren» sowie die definitive Einführung des Vorkindergartens.

Die Gemeinderatssitzung vom Dienstagabend ist reich befrachtet. So stellen die Gemeinderäte beispielsweise die Weichen, wie es mit der Repla-Grenchen-Büren weitergehen soll - zumindest aus Grenchner Sicht.

Ebenfalls auf der Traktandenliste steht die definitive Einführung des Vorkindergartens. Ein Pilotprojekt startete 2010 für vier Jahre und wurde 2014 um weiter vier Jahre verlängert. Beim Aufbau der Strukturen für die frühkindliche Förderung wurde die Stadt auch mit namhaften Beträgen der Jacobs Foundation unterstützt.

Laut der Gemeinderatsvorlage, welche die definitive Einführung des Vorkindergartens in Grenchen beantragt, wurden seit der Einführung 2010 rund 400 Kinder «von einer ausgebildeten Kindergärtnerin nach einem eigens dafür entwickelten pädagogischen Konzept in ihrer Entwicklung gefördert.» Zwischen 29 und 32 Prozent der Kinder eines Jahrgangs würden den Vorkindergarten besuchen, der sich an Kinder im Alter von drei und vier Jahren richtet.

Im Budget für das laufende Jahr sind die Kosten für den Vorkindergarten mit 112'750 Franken (netto) veranschlagt, in der Rechnung 2017 wurden 133'763 Franken ausgewiesen. «Bei Kosten für den Vorkindergarten handelt es sich um Investitionen, die sich gemäss in- und ausländischen Studien auszahlen», heisst es weiter. In der Schweiz gehe man von 3 bis 4 Franken volkswirtschaftlichen Nutzen pro Franken aus, der in die frühkindliche Bildung fliesst.

Anderseits generiere dessen Versäumnis zusätzliche Kosten für Deutsch-Zusatzunterricht, zusätzliche Schuljahre und Programme für Schulabgänger ohne Anschlusslösung. Für die Schule Grenchen steht deshalb ausser Zweifel, dass das Angebot Vorkindergarten ab August ins ordentliche Schulangebot überführt werden soll. Mark Widmer, Ressortverantwortlicher in der Grenchner Schulleitung, schreibt: «Ganz klar ist feststellbar, dass Kinder, die zu Hause nicht deutsch sprechen, während der Zeit im Vorkindergarten grosse Fortschritte machen im Bereich mündliche Ausdrucksfähigkeit und Hörverständnis.» Dies sei für die Volksschule von grossem Wert. Auch die Sozialen Dienste sprechen von einem «Filetstück an Präventionsarbeit».

Dennoch dürfte die Vorlage nicht unbestritten bleiben. Die SVP hat den Vorkindergarten noch nie begrüsst. Sie argumentiert, er mach Grenchen für Bevölkerungskreise, die man eigentlich nicht wolle, zusätzlich attraktiv. Ein kritisches Votum gibts in den Unterlagen auch von Claudia Hänzi, Chefin des Amtes für soziale Sicherheit im Kanton. Diese war nach einem Augenschein zu einer Stellungnahme eingeladen worden. Sie begrüsst den Vorkindergarten grundsätzlich, hält aber fest, dass es «gewollt oder ungewollt zu einer gewissen Segregation», komme, da sich das Angebot an Bildungsferne und Migrantenfamilien richte.

Öffentliche Gemeinderatssitzung am Dienstag, 3. April, 17 Uhr Gemeinderatssaal Parktheater.

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