Grenchen
Der Verkehrsdruck auf die Innenstadt-Achsen wächst

Die Stadt Grenchen publiziert die Resultate der letzten Verkehrszählung. Fazit der Zählung: Die Ostumfahrung funktioniert gut bei wachsendem Verkehr, die Westumfahrung stagniert.

Andreas Toggweiler
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Die Verkehrsströme werkstags in Grenchen

Die Verkehrsströme werkstags in Grenchen

zvg

Der Gemeinderat wird am kommenden Dienstag über den Schlussbericht der letzten Verkehrszählung orientiert, welche am 10. Juni 2015 an 44 Zählstellen der Stadt durchgeführt wurde. Fazit der Zählung: Die Ostumfahrung funktioniert gut bei wachsendem Verkehr, die Westumfahrung stagniert. «Hier scheinen andere Achsen wie Lindenstrasse-Nordbahnhofstrasse, Allerheiligenstrasse-Dählenstrasse oder südlich der SBB-Linie Ost-West-Verbindungen durch das Quartier attraktive Alternativen darzustellen», schreibt die Baudirektion in ihrem Kommentar zur Verkehrszählung.

Noch habe keine Verlagerung auf die Innenstadtachsen stattgefunden, womit sich «kein direkter Handlungsbedarf» ergebe. Trotzdem müsse die weitere Verkehrsentwicklung auf der Spange West und den Innenstadtachsen beobachtet werden, denn «nicht zuletzt durch das in den nächsten Jahren weiter zunehmende Verkehrsaufkommen im Einzugsgebiet der Stadt Grenchen wird der Verkehrsdruck auf die Innenstadtachsen steigen», prognostiziert die Bauverwaltung.

Löwenkreuzung überlastet

So verzeichnet die Stadt laut Angaben der Stadtpolizei jährlich 80-100 neue Inverkehrsetzungen von Fahrzeugen. «Dementsprechend werden in der Zukunft weitere Massnahmen zur Attraktivierung der Spange West sowie zur Verkehrslenkung/Verkehrsvermeidung im Zentrum nötig sein», heisst es.

So werde trotz einer Verkehrsabnahme in der Bahnhofstrasse auch die Achse Kirchstrasse-Bahnhofstrasse-Unterführungsstrasse weiterhin rege benutzt. Die Verkehrsbelastung im Bereich der Löwenkreuzung ist ähnlich hoch, wie bei der Verkehrserhebung 2010. «Dieser Knoten ist aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens überlastet.» Die Baudirektion ortet hier «mittelfristig Handlungsbedarf».

Laut Informationen dieser Zeitung wird beispielsweise diskutiert, ob die gesamte Solothurnstrasse zwischen Raiffeisenbank und Löwen zur Begegnungszone umgestaltet wird. Zurzeit haben Fussgänger nur auf einem kleinen Stück bei der Querung der Bachstrasse wirklich Vortritt.

Neckarsulmstrasse funktioniert

Erfreulicherweise habe im Osten die angestrebte Verkehrsverlagerung vom Zentrum auf die Spange Ost sowie auf das kantonale Strassennetz und den Autobahnzubringer zur A5 weiter stattgefunden. Dies belege die konstante Verkehrsmenge auf der Leimenstrasse und auf der Flughafenstrasse. Gleichzeitig konnten auf den innerstädtischen Achsen wie der Central-, Kapell- und Girardstrasse Verkehrsabnahmen festgestellt werden. «Insgesamt verläuft die Verkehrsentwicklung im Osten der Stadt Grenchen wie gewünscht und es ergibt sich kein Handlungsbedarf», so die Baudirektion.

Markante Veränderungen wurden im Detail auf folgenden Strassen festgestellt: Östlich des Stadtzentrums hat auf der Solothurnstrasse eine deutliche Verkehrszunahme von bis zu 15 Prozent stattgefunden, auch auf der Bielstrasse wuchs der Verkehr wieder um 10 Prozent. Der Abschnitt zwischen Breitling-Kreisel («Starfighter») und Autobahnanschluss verzeichnete hingegen nur ein Wachstum von 2 Prozent. Dies, weil der Verkehr auf der Archstrasse um 15 Prozent zurückging.

Stau nach Feierabend

Trotzdem wurden beim Flughafen-Kreisel im Durchschnitt pro Werktag
23 702 Fahrzeuge gezählt. Gut 14 000 verkehrten auf der Flughafenstrasse und knapp 10 000 auf der Archstrasse. Nichts gesagt ist damit über die unterschiedliche Belastung pro Tageszeit. So kommt es trotz des insgesamt moderaten Wachstums nach Feierabend regelmässig zu kilometerlangen Staus Richtung Autobahn.

Anderseits staut sich am morgen früh der Verkehr regelmässig auf der Ausfahrt. Vor einigen Monaten wurden deshalb auf der Autobahn Sondersignalisationen angebracht und der Pannenstreifen für die Ausfahrtkolonne freigegeben.

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