Bei der ersten Kontaktaufnahme war Kämpfer noch nicht allen Mitarbeitern bekannt. «In welcher Abteilung arbeitet er», fragte die Person am Telefon den verdutzten Anrufer. In der Zwischenzeit ist Reto Kämpfer längst angekommen. Seit Anfangs August steht er der Institution vor.

Der 40-Jährige arbeitet seit mehr als zehn Jahren im Integrationsbereich. Als gelernter Kaufmann hat er sich zum Sozialpädagogen weitergebildet und Führungserfahrungen gesammelt. Mit 40 meist teilzeitlich angestellten Mitarbeitern bietet das Netzwerk fast 200 Programmplätze an. «Damit Kreativität und Innovation möglich sind, dürfen Aktivitäten durchaus auch ausserhalb gängiger Strukturen entstehen», sagt Remo Kämpfer und lobt damit auch sein flexibles Arbeitsteam.

Für Programmbesucher, wie für die meisten Arbeitnehmer, definiert die Gesellschaft die Werte. Es gilt diese zu respektieren, oder den entsprechenden Umgang für Arbeit und Freizeit zu finden. «Im Netzwerk wird dieser Umgang gepflegt, es hat vieles Platz», freut sich Kämpfer.

Die Projekte wären ohne das aktive Zutun der Mitarbeitenden nicht entstanden. Als Beispiel nennt er die Praxisfirma Progressio des Netzwerkes Grenchen, die erst am 1. Juli gegründet wurde. Dieser Praxisfirma bietet 28 Stellensuchenden aus dem Bürobereich ein drei- bis sechsmonatiges Praktikum, in dem die Möglichkeit besteht, praktische Erfahrungen in sechs verschiedenen Abteilungen der fiktiven Handelsfirma zu sammeln.

Um dem Anspruch der Qualifizierung gerecht zu werden, übernehmen die Teilnehmenden im Netzwerk Auftragsarbeiten, führen Dienstleistungen aus und bilden sich, wie erwähnt, in Schnupper- und Praktikumseinsätzen weiter. Die Bereiche sind vielfältig und gehen von der Mechanik, dem Handwerk zur Gastronomie und zu erwähnten Aufgaben im Bürobereich. Es besteht die Möglichkeit, in Informatikkursen ein Zertifikat zu erwerben und eine Fachausbildung im Bürobereich zu absolvieren.

Die internen Projekte finden in den Räumlichkeiten der ehemaligen EBOSA Grenchen statt. Im verwinkelten Bau findet reges Leben statt. In der Cafeteria laufen die Vorbereitungen für das Mittagessen auf Hochtouren. Reto Kämpfer, der Grossgewachsene, schreitet durch die Räume, grüsst, hat Zeit für einen kurzen Schwatz und nimmt Anliegen entgegen. In seiner Freizeit segelt der in Biel Wohnhafte, macht bei Läufen mit, schwimmt, sammelt Pilze, ist begeisterter Heimwerker und widmet sich in erster Linie seiner Familie.

Eine seiner Aufgaben ist auch der Kontakt mit Zuweisern in der Region, die bis Biel reicht. Insbesondere erlebt er dabei die Beziehung mit den verantwortlichen Stellen im Kanton Solothurn als äusserst wirkungsorientiert. «Entscheide werden rasch und flexibel gefällt», berichtet er mit Genugtuung. Kämpfer freut sich, die vielfältigen Tätigkeiten mit seiner engagierten Crew weiterführen zu können.