Die Fasnachtsplakette für die kommenden närrischen Tage wurde am Sonntag an einer Vernissage im Restaurant Krebs vorgestellt. «Metall statt Plastik» heisst es in Zukunft auch beim fasnächtlichen Aushängeschild, der Plakette eben. Nachdem sie in den letzten Jahrzehnten aus Kunstsoff gefertigt wurde, hat das närrische Parlament entschieden, einen Bruch mit dieser Tradition zu vollziehen. «Ökologische und ökonomische Überlegungen haben uns zu diesem Schritt bewogen», erklärte Obernarr Diego Kummer. «Mit der ‹Prägetech AG› aus Allschwil haben wir einen Partner gefunden, der über viel Erfahrung und Wissen in dem für uns wichtigen Bereich verfügt», führte er weiter aus.

Zeitpunkt und Ort der Präsentation waren gut gewählt. Traditionell läutet die Luna-Zunft, eine der tragenden Säulen der Fasnacht, am 11. 11. die karnevalesken Tage ein. Luna-Ober Lukas Tobler konnte denn auch eine illustre Gästeschar begrüssen. Neben einheimischen Fasnächtlerinnen und Fasnächtler beehrten Solothurns Ober-Ober André Suntinger und sein Plakettenchef Toni Armbrust sowie Ivo Grossen und Roger Steiner als Vorstandsmitglied der Türmliwiler Zunft aus Büren den Anlass. Er gratuliere den Grenchnern zu diesem mutigen Entscheid, der aus diversen Gründen Sinn mache, liess sich der erfahrene Toni Armbrust zitieren.

Die Plakette zum Thema «ufaufäu» wurde vom Grenchner Künstler Tore de Vito umgesetzt. Ganz einfach sei es nicht gewesen, etwas Passende zu kreieren, gab er zu Protokoll. Gelungen ist es allemal. Eine «Maske» mit herausgestreckter Zunge betont das Fasnächtliche, die schräg eingearbeitete Pflugschar verweist auf turbulente Zeiten.

Prägetech-Inhaber Thomas Liechti stellt sich auf eine längerfristige Zusammenarbeit ein. Er betonte, dass seine Firma Handwerk aus der Schweiz anbiete. In einer Präsentation beschrieb er den aufwendigen Prozess von der Vorlage des Künstlers bis zum tragbereiten Abzeichen. Neben diversen anderen Produkten fertigt er mit seinem Team schweizweit Fasnachtsabzeichen. «Ich freue mich, dass wir in Grenchen einen neuen Partner gefunden haben, die diversen Gespräche haben gezeigt, dass unsere Arbeit offensichtlich gefällt und geschätzt wird. «Gäng wie gäng» gelangt die Fasnachtsplakette ab Hilari, 13. Januar, in den Verkauf. Sie ist in Standard, Silber und Gold erhältlich. Das Abzeichen am Revers oder sonst wo zu tragen, ist «ufaufäu» Ehrensache.

Plakette seit 1953

Fasnachtsabzeichen werden übrigens in Grenchen seit 1953 hergestellt, seitdem ist stets ein Künstler mit der Ausarbeitung des Sujets beauftragt. Die ersten Exemplare wurden aus Messing und Ton gefertigt. 1966 stellten die Verantwortlichen auf Kunstsoff um. Lange Jahre produzierte sie Hugo Giulianelli, in den letzten Jahren diverse andere Anbieter. Nun ist man zu dem Wurzeln zurückgekehrt.