Grenchen
Der tiefe Holzpreis bereitet der Bürgergemeinde grosse Sorgen

48 stimmberechtigte Bürgerinnen und Bürger haben an der Gemeindeversammlung im Parktheater Grenchen einstimmig das Budget 2018 verabschiedet. Es sieht ein Defizit von gut 53'300 Franken vor.

André Weyermann
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Angesichts dieser Ausgangslage werde man auch in der nahen Zukunft nur relativ wenig Holz schlagen – auf 4000 Kubikmeter. (Symbolbild)

Angesichts dieser Ausgangslage werde man auch in der nahen Zukunft nur relativ wenig Holz schlagen – auf 4000 Kubikmeter. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Während man in der Verwaltungsrechnung mit einer «schwarz-roten Null» – minus 4600 Franken – rechnet, sieht die Forstrechnung ein Defizit von 48'720 Franken vor. Nach Abschreibungen resultiert ein Cashflow von 238'940 Franken. Geplant sind Investitionen in der Höhe von 470'000 Franken. Das Eigenkapital beträgt knapp 9,4 Millionen Franken.
Bürgerverwalter Renato Müller wollte denn die Lage auch nicht dramatisieren: «Unsere Finanzstrukturen sind intakt, die längerfristigen Perspektiven gut.» Aber natürlich gelte es, behutsam mit den Mitteln umzugehen.

Revierförster Patrik Mosimann verwies auf die weiterhin tiefen Holzpreise. «Dies ist unsere Haupteinnahmequelle. Wir versuchen, die Situation mit vermehrten Arbeiten für Dritte etwas zu verbessern», erklärte er. Angesichts dieser Ausgangslage werde man auch in der nahen Zukunft nur relativ wenig Holz schlagen – auf 4000 Kubikmeter.

Auch Bürgerpräsident Franz Schilt unterstrich die Tatsache, dass kurz- und mittelfristig keine markante Verbesserung im Holzmarkt zu erwarten sei. «Wir müssen deshalb weiterhin anstreben, in der Gesamtrechnung ausgeglichene Resultate und genügend hohe Cashflows zu erwirtschaften, um die Investitionen langfristig finanzieren zu können. Diese Bedingung haben wir rückblickend immer einhalten können, und zwar dank stabilen Erträgen aus Baurechten und Steinbruch», gab er die Richtung vor.

Abwasser auf den Berghöfen

Franz Schilt informierte überdies, dass man mit dem Einreichen eines Baugesuches das «Problem Abwasser» auf den Berghöfen angegangen sei. Weil aber noch Einsprachen gegen das Windkraftprojekt hängig sind, ist kaum damit zu rechnen, dass es in dieser Hinsicht rasch vorwärtsgeht. Dies würde dann auch bedeuten, dass die Investitionsrechnung 2018 um 300'000 Franken entlastet würde.

Erfreut zeigte sich der Präsident in seinem Rückblick darüber, dass das Parktheater und das Schulhaus IV nun an den Wärmeverbund Zentrum angeschlossen werden. Das beschert der Bürgergemeinde einen zusätzlichen Absatz von Energieholz. Sie hatte sich mit allen möglichen Mitteln für diese Lösung eingesetzt.

Franz Schilt sprach im Übrigen die Leistungen der Bürgergemeinden für die Öffentlichkeit an, welche bei weitem nicht kostendeckend abgegolten werden. Er appellierte deshalb an die kantonale Politik, das bewährte Instrument des Waldfünflibers im Kanton Solothurn weiterzuentwickeln. Bisher zahlen die Einwohnergemeinden je Einwohner und Jahr fünf Franken an den Kanton, der dieses Geld dazu verwendet, die Waldbesitzer für die genannten Leistungen zu unterstützen. Es sei an der Zeit, diesen Betrag zu erhöhen.

Die Versammlung hat schliesslich einstimmig 48 Personen (20 Gesuche) das Bürgerrecht zugesichert. Diese stammen ursprünglich aus Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Indien, Italien, Deutschland, Pakistan, Irak, Kroatien, Nigeria, Serbien, Sri Lanka, Rumänien,
Mazedonien, Vietnam und der Türkei.

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