Bettlachstrasse
Der Stein ist längst im Rollen

Eine Interessensgemeinschaft hat eine Petition lanciert, welche die Sperrung der Bettlachstrasse in Grenchen fordert.

Andreas Toggweiler
Andreas Toggweiler
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Eien Fussgängerin unterwegs auf der Bettlachstrasse. (Archiv)

Eien Fussgängerin unterwegs auf der Bettlachstrasse. (Archiv)

Oliver Menge

Die unglückliche, vor allem schlecht koordinierte und kommunizierte Sperrung der Bettlachstrasse durch die Stadtpolizei hat einen Stein ins Rollen gebracht. Genau gesagt rollt der Stein schon seit einiger Zeit. Und er wird nicht mehr aufzuhalten sein. Die jetzt von einer IG lancierte Petition dürfte den Druck zusätzlich erhöhen, und zwar derart, dass sich die Politik nochmals mit der Sache wird befassen müssen.

Sie wird sich nicht mehr so leicht vor der Verantwortung drücken können wie vor einem Jahr. Damals hiess es im Gemeinderat, die Polizei sei zuständig für Verkehrsmassnahmen und deshalb sei ein entsprechender Vorstoss für ungültig zu erklären. Und jetzt, da die Polizei den Versuchsballon steigen lassen wollte, ist es auch wieder nicht recht.

Natürlich sind Bedenken von Gerwerbetreibenden ernst zu nehmen und umso mehr hätte man die Direktbetroffenen in einer seriös aufgegleisten Konsultativphase zum Versuch begrüssen müssen. Hier hätten zweifellos Fehler vermieden werden können, die bei einem politisch mit so viel Zündstoff aufgeladenen Thema fatal sind.

Ein neuer Anlauf dürfte aber bald kommen und der Gemeinderat wäre gut beraten, von der Blockadepolitik abzurücken. Auch die Gewerbetreibenden werden gute Argumente brauchen. Denn faktisch dient die heutige Achse der westlichen Bettlachstrasse nur dem Suchverkehr. Bei einer Sperrung würde kein einziger Parkplatz aufgehoben.

Die Politik bewegt sich insofern, als die Wirtschaftsförderung jetzt von der GRK beauftragt wurde, die Attraktivierung der Innenstadt an die Hand zu nehmen. Dass die Verkehrssituation dazugehört, versteht sich von selbst. Einen gemeinsamen Nenner zu finden über die zukünftige Rolle des Autos in der Begegnungszone, wird schwierig bleiben. Gerade dafür wäre ein solcher Versuch hilfreich.

andreas.toggweiler@azmedien.ch