Grenchen

Der Spatenstich für das neue Leichtathletikstadion ist erfolgt

Der Turnverein Grenchen lud zum offiziellen Start der Sanierung des Turnerstadions. Die Freude darüber, dass nun endlich die Finanzierung steht und die Arbeiten beginnen können, war ausserordentlich gross.

Es war fast so, als gehe ein kollektives Aufatmen durch die Schar der Gäste, die sich zum offiziellen Spatenstich im Turnerstadion eingefunden hatten: Endlich ist der Moment da, mit den Bauarbeiten beginnen zu können, endlich kommt alles gut. Einige der Anwesenden wurden sogleich mit Warnwesten und Helmen ausgestattet, um später fürs offizielle Foto bereit zu sein: Stadtbaumeister Aquil Briggen, David Baumgartner, Leiter Finanzen Stadt Grenchen, Stadtpräsident François Scheidegger, Christian Suter, Präsident des Solothurner Turnverbands SOTV, Jürg Schibler, Leiter der kantonalen Sportfachstelle, Jonas Zimmerli, Präsident des kantonalen Leichtathletikverbands. Später gesellte sich auch noch Lenja Heusser, U16-Schweizer-Meisterin im Diskuswerfen und Vizemeisterin beim Kugelstossen, zum Publikum, unter ihnen viele Volontaris, freiwillige Helfer des Turnvereins.

Ein Jahrhundertprojekt kommt endlich zum Fliegen

1860 wurde der Turnverein Grenchen gegründet, 1926 war er erstmals Gastgeber für das Nordwestschweizer Schwingfest. Geturnt wurde allerdings damals noch auf einem gemieteten Sportplatz im Lingerizquartier. 1936 dann der Coup, für den der TVG noch heute berühmt ist: Für sage und schreibe 10 000 Franken konnte er das Gelände erwerben, auf dem das Turnerstadion noch heute liegt. 1940 wurde das Stadion mit einer Aschenbahn und Anlagen für Hoch- und Weitsprung sowie Speerwurf und Kugelstossen in Betrieb genommen und 1941 offiziell eingeweiht. Der Turnverein Grenchen ist schweizweit der einzige Turnverein, der über ein eigenes Stadion verfügt.

Aber das Stadion ist in die Jahre gekommen, buchstäblich, wie Elias Meier, Vorsitzender der Geschäftsleitung des TVG, vor den geladenen Gästen ausführte. Eine Sanierung war längst überfällig. Ausserdem konnten auf der Bahn schon lange keine regulären Wettkämpfe mehr ausgetragen werden, da weder der Untergrund noch die Infrastruktur rundherum den heutigen Anforderungen entspricht. Und das ganze Gelände fällt in Richtung Süden um ganze eineinhalb Meter ab: Sportler müssen also entweder bergab oder bergauf rennen – das ganze Gelände soll nun ausnivelliert werden.

Schon vor Jahrzehnten wurde eine Sanierung angedacht (wir berichteten). Aber man scheiterte entweder an der Finanzierung oder an der Fehlplanung – 1992 scheiterte beispielsweise ein Projekt mit einer Mehrzweckhalle an der Urne. Eine Finanzierung, die in der heutigen Zeit alles andere als einfach sei, meinte Stadtpräsident François Scheidegger in seiner Festansprache. Zumal man auch Rückschläge hinnehmen musste: Unter der Aschenbahn war Schlacke verbaut, wie das früher üblich war. Eine Altlast, die um ein Haar die Sanierung um gegen eine halbe Million Franken verteuert hätte. Doch ein vernünftiges Umsetzen der heute geltenden Vorschriften ermöglicht es nun, die Schlacke auf dem Gelände zu belassen, statt sie aufwendig als «Sondermüll» zu entsorgen.

«Heute ist ein Freudentag», so der Stadtpräsident, der das Projekt Stadionsanierung seit seinem Amtsantritt 2014 eng begleitete. Es liege in der Verantwortung der Politik, dazu Sorge zu tragen, so Scheidegger. Er wies auch darauf hin, dass mit dem neuen Leichtathletikstadion der letzte Mosaikstein der Sportstättenzone gesetzt werde, auf die die Stadt wirklich stolz sein könne und die ihresgleichen suche. Das Engagement der Stadt gehe auch noch weiter.

Die Volontaris haben grossen Anteil am Erfolg

David Baumgartner, selber aktives Mitglied im Turnverein, hob vor allem den unermüdlichen Einsatz der Volontaris in den Vordergrund, die tausende von Arbeitsstunden ins Stadion investierten und so seine Lebensdauer erheblich verlängerten. Er verwies auch auf das eben erst fertiggestellte, neue Beachvolleyballfeld im nördlichen Teil des Stadions, welches die Volontaris in Eigenregie und Fronarbeit erstellt haben.

Jonas Zimmerli, der Präsident des kantonalen Leichtathletikverbands, dankte allen Geldgebern und den Leuten im und rund um den TVG, die sich jahrelang für das neue Stadion eingesetzt haben. «Seit Jahrzehnten existiert nur eine einzige 400-Meter-Bahn – in Olten.» Es sei stets ein Anliegen des kantonalen Leichtathletikverbands gewesen, auch im oberen Kantonsteil bessere Infrastrukturen zu schaffen. Er erhoffe sich vom neuen Stadion Schub und neue Dynamik im Kanton Solothurn. Sportlerinnen und Sportler müssten nicht mehr auf ausserkantonale Angebote ausweichen und Grenchen eigne sich bestimmt auch für Trainingslager. Auch Christian Suter, Präsident des Solothurner Turnverbands, betonte, dass dies ein grosser Tag sei für den SOTV.

Als letzter Festredner stellte sich der neue Brillant-Sponsor des TVG vor (siehe auch separaten Artikel): Der ehemalige Leichtathlet Martin Vögtli ist noch heute Inhaber des Solothurnischen Kantonalrekords im Speerwerfen. TVG-Vorstandsmitglied Theo Schild, der wenige Jahre älter ist als er, sei stets sein Vorbild gewesen. Auf die Idee, den TVG zu unterstützen, sei er vor etwa einem Jahr nach der Lektüre eines Artikels in dieser Zeitung gekommen, verriet er.

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