Stiftung Rodania

Der Schnee in der Luft und die Sonne im Herzen

Das16. Herbstfest der Stiftung für Schwerbehinderte war ein Grosserfolg mit viel Publikum. Bereits zum sechzehnten Mal fand das grosse Rodania-Fest statt, aber zum ersten Mal sah man dabei ein paar Schneeflocken des nahenden Winters.

Viele Grenchnerinnen und Grenchner störte das schlechte Wetter nicht. Sie kamen in Strömen, genossen den Kaffee des Frauenvereins mit frischen Berlinern und Mandelgipfeln aus der Rodania-Küche, die Fischknusperli des Fischereivereins oder eine der vielen anderen kulinarischen Versuchungen.

Solarstromanlage liefert Energie

Gefeiert wurde nicht wie in den vergangenen Jahren unter einer milden Herbstsonne, sondern in einem Festzelt mit Wärmestrahlern. Das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Stadtpräsident Boris Banga betonte in seiner Begrüssungsrede, dass eine Gesellschaft nur dann stark sei, wenn es auch dem schwächsten Glied gut geht. «Rodania gehört zu Grenchen. Rodania ist Grenchen», sagte Stiftungsratspräsident Thomas Vogt, und spätestens beim darauffolgenden kleinen Konzert, das die Personen des Wohnheims gaben, wurde klar: Diese Leute haben Sonne im Gemüt.

Neuerdings haben sie aber auch Sonne in der Steckdose: Ende September wurde auf den Dächern des Wohnheims eine Solarstromanlage in Betrieb genommen, die rund 72000 Kilowattstunden Energie produzieren wird – genug, um 25 Einfamilienhäuser zu versorgen. Den Stadtpräsidenten freute das ganz besonders. «Grenchen ist eine Energiestadt und wir sind stolz darauf. Um dieses Label behalten zu können, sind solche Initiativen nötig», dankte Banga der Stiftung für Schwerbehinderte Rodania. Etwa 300000 Franken kostete diese Investition, komplett bezahlt durch zweckgebundene Spenden. «In den nächsten 25 Jahren dürfte unsere Solaranlage Strom im Wert von 500000 Franken produzieren», erklärte der Gesamtleiter Patrick Marti. «Die Stiftung Rodania kann mit dieser Solarstromanlage zeigen, dass sie betriebswirtschaftlich vorgeht und die öffentliche Hand entlasten will.»

Kunstwerke aus «Eigenproduktion»

«Es soll ein Fest der Begegnung sein», begründete Andrea Bircher, warum die Personen, die im Wohnheim leben, nicht zeigen, wie sie ihre Kunstwerke herstellen. «Wir wollen unseren vielen, vielen Freunden mit diesem Fest danken und zeigen, was hier alles geleistet wird. Aber es ist Wochenende, unsere Klienten sollen nicht arbeiten, sondern ebenfalls das Fest geniessen können.» «Die meisten Kunstwerke werden zu 98 Prozent durch Bewohner hergestellt», betonte Daniel Ressa, der die Metallwerkstatt betreut. «Mit dem Erlös ist es möglich, dass alle einmal pro Jahr eine Woche in ein Ferienlager verreisen können.»

Zweite Aussenwohnstätte geplant

Einzig die Attraktivitäten für die Kinder litten etwas unter dem schlechten Wetter, denn ein «Gumpi-Schloss» ist im kalten Regen bedeutend weniger attraktiv. Dafür wurden umso mehr kleine Gesichter geschminkt. Dann begeisterte das Puppentheater gleichermassen die vielen Besucher wie die etwa 70 Menschen, die in Grenchen mit Unterstützung der Stiftung Rodania leben. Patrick Marti informierte auch über die Zukunft: «Geplant ist eine zweite Aussenwohnstätte gleich beim Südbahnhof, also in unmittelbarer Nähe zum Wohnheim. Wir sind total ausgelastet und sind froh, dass wir mit dieser gemieteten Wohnung den etwas selbstständigeren Personen eine neue Möglichkeit anbieten können.»

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