Angesichts des strukturellen Defizits der Stadt soll die Übernahme des Grenchner Rettungsdienstes durch die Solothurner Spitäler (soH) geprüft werden. Dies unter anderem, weil die Stadt jedes Jahr ein erkleckliches Defizit zu decken hat, so z.B. 700 000 Fr. in der Rechnung 2013. «Die Sicherstellung der Notfallversorgung ist eine Aufgabe des Kantons», heisst es im Postulat von CVP, GLP; SVP und FDP.

Gleichzeitig werden aber bei den Rahmenbedingungen einer allfälligen Übernahme die Hürden sehr hoch gesetzt: Der bestehende Rettungsdienst soll samt Ausrüstung übernommen und für mindestens 10 Jahre am Standort Grenchen weitergeführt werden. Die einzelnen Bedingungen sollen in einer Leistungsvereinbarung der Stadt Grenchen mit der soH geregelt werden. Ohne Einbusse von Leistungen könnte so jährlich die Rechnung der Stadt um 700 000 Fr. entlastet werden, heisst es im Vorstoss.

Der Rettungsdienst Grenchen erbringt seine Leistungen auch für viele umliegende Gemeinden: Bettlach, Selzach, Bibern, Biezwil, Gossliwil, Lommiswil, Lüterswil-Gächliwil, Schnottwil und kantonsübergreifend für Lengnau, Romont, Arch, Leuzigen und Rüti. Inwiefern soll mit dem Vorstoss auch Druck auf jene Gemeinden ausgeübt werden, die bisher nichts an den Dienst bezahlt haben? «Das ist zumindest für mich auch ein Ziel», meint Mitunterzeichnerin Nicole Hirt (GLP). Es gelte zudem auszuloten, ob auch bei den Tarifverhandlungen eine Verbesserung zu erzielen ist. «Wir müssen angesichts der Finanzlage alles ausprobieren, um dieses grosse Defizit zu beseitigen oder zumindest zu reduzieren.» Immerhin gebe es auf informelle Anfrage positive Signale seitens der soH, was den Standort Grenchen betrifft. «Wir sind uns bewusst, dass die Bevölkerung darauf Wert legt, deshalb machen wir das zur Bedingung», so Hirt.