Um Viertel vor zehn stellen ein paar Schülerinnen und Schüler auf zwei Tischen die Dinge bereit, die zum Verkauf angeboten werden: Tüten mit Studentenfutter – Nüsse, Mandeln, getrocknete Beeren und Früchte – Schalen mit selbst gemachtem Birchermüesli, Äpfel, Birnen, Rüebli, Brot, Sandwiches mit Käse oder Trutenfleisch. Nur Minuten später ist alles weg, ein paar Scheiben Brot und ein Müesli bleiben übrig.

Die Idee eines Pausenkioskes sei im Schülerrat entstanden, erklärt der Lehrer Benjamin Studer, Mitglied des Leitungsteams Schülerrat. Der Schülerrat sei die Vertretung der gesamten Schülerschaft des Eichholzes, also von rund 400 Kindern. «Jede Klasse wählt einen Vertreter, und aus diesen Vertretern wird dann der Schülerrat gewählt.» Die Schülerinnen und Schüler hätten den Wunsch geäussert, einen eigenen Kiosk einzurichten, an dem sie einmal pro Woche ihr Znüni beziehen können. «Natürlich müssen die Lehrer dabei mithelfen und auch steuernd eingreifen. Es wäre zwar sehr wünschenswert, man liesse die Kinder so viel selber organisieren und machen wie möglich, aber das funktioniert in dem Fall eben nicht.»

Denn auch wenn es sich um die Zwischenverpflegung in der grossen Pause handelt, würden McDonalds Hamburger, French Fries, aber auch Döner und Kebab voll im Trend stehen bei den Kids. Das bestätigt auch eine spontane Umfrage bei den Schülerinnen und Schülern, welche den Tisch für die 4.–6.- Klässler vorbereitet hatten: «Red Bull würde auch passen», meint ein Mädchen. «Einfach nur keinen Salat oder Gurken», sagt sie lachend.

«Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen und dafür sorgen, das gesunde Kost angeboten wird», sagt eine Lehrerin, die ihre Klasse wieder ins Klassenzimmer beordert. Die Lehrerinnen und Lehrer mussten auch beim Einkauf helfen: Für die Kinder sei es nicht einfach gewesen, so viele Äpfel und Birnen beim Bauern holen zu gehen, schlicht, weil die Taschen zu gross und zu schwer gewesen seien. Eine Klasse war mit den Vorbereitungen beschäftigt und hat das Birchermüesli zubereitet.

Die Kinder «bezahlen» mit kleinen Zetteln, denn die Bestellung mussten sie schon eine Woche zuvor aufgeben und bei der jeweiligen Klassenlehrerin bezahlen. «Wir haben den Kindern auch einen Elternbrief mit nach Hause gegeben, um sie über das Projekt zu informieren.»

Falls der Schülerrat beschliesst, den Pilotversuch weiterzuführen, will man das Angebot auf Getränke ausweiten, so Studer. «Aber wir werden dafür sorgen, dass wiederverwendbare Becher zum Einsatz kommen, und wir keinen unnötigen Plastik-Abfall machen.» Auch wird weder Red Bull noch Coke im Sortiment sein, so viel steht fest.