Marc Schneider spielt seit ungefähr 6 Jahren Euphonium. Im vergangenen Frühjahr wurde er in die Rekrutenschule der Militärmusik aufgenommen, eine seltene Auszeichnung für einen jungen Musiker.

Marc Schneider ist in Grenchen aufgewachsen. Musik ist sein Hobby. Bevor er zum Euphonium wechselte, spielte er Kornett und trat zunächst der Juniors Band und später der Jugendmusik unter der Leitung von Ueli Steffen bei. Dieser ist auch sein Musiklehrer.

Seit drei Jahren macht Marc nun auch mit seinem Euphonium in der Jugendmusik und zudem auch bei der Brass Band Lommiswil und bei den Chüelibach-Musikanten mit. Ueli Steffen gab ihm die Idee, zu versuchen, den Militärdienst als Musikant zu leisten und sich bei der Fachprüfung anzumelden.

Musik von morgens bis abends

Von Juli bis November war der junge Grenchner als Trompeter im Dienst. Das Niveau der Aufnahmeprüfung ist mit dem der Konservatorien zu vergleichen. Dafür hat Marc täglich geprobt und sich schliesslich gegen viele andere Kandidaten durchgesetzt.

Die RS 16-2/2013 stellte sich aus 56 Bläsern und 14 Tambouren zusammen. Ein paar waren auch Profis. Die Mitglieder probten alle gemeinsam oder in Registern. Auch Ensembles mit drei bis vier Teilnehmern wurden von der Leitung gebildet.

Nach der siebenwöchigen Grundausbildung wurde von morgens bis abends Musik gemacht: «Es war schon fast, als wäre man ein Profi», erklärt der Einundzwanzigjährige: «Manchmal war gar keine Zeit zum Proben, da wir so viele Auftritte in kurzer Abfolge hatten. Wir mussten uns einfach hinsetzen und spielen.»

Der junge Grenchner findet das Leben als Militärmusikant nicht leichter als das eines anderen Rekruten: «Die Grundausbildung müssen eh alle machen. Danach leistet man als Militärmusikant zwar körperlich nicht mehr so viel, aber man muss mental voll dabei sein, denn die Musikauftritte müssen sitzen und gut sein: Wir müssen einige Stücke auswendig kennen und gut in der Gruppe koordinieren.»

Bis zu fünf Auftritte pro Woche

Den ersten Musikauftritt hatte die RS-Militärmusik nach der Grundausbildung, und in den übrigen 14 Wochen kams zu rund 64 Auftritten: Diese spielte die Gruppe zwar nicht immer alle zusammen, bei manchen spielte ein Ensemble, dennoch kam es vor, dass Marc fünfmal die Woche einen Auftritt hatte.

Dem Grenchner gefielen vor allem die Saalkonzerte. Gespielt wurde klassische Musik (Wagner) und Unterhaltungsmusik (unter anderem Franco Cesarini): «Bei den Saalkonzerten standen die Musikanten im Zentrum und man war drinnen. Bei den meisten anderen Auftritten wie den Platzkonzerten oder den Fahnenzeremonien waren wir draussen und spielten bei jeder Witterung.

Dabei war die Musik eher nebensächlich», so Marc. Trotzdem wird dem gelehrten Polymech einiges in guter Erinnerung bleiben: «Wir reisten viel herum. Nicht nur in der Schweiz. So waren wir am Tattoo in Berlin, was ein tolles Erlebnis war. Und auch waren wir eine super Truppe, die wunderbar miteinander harmonierte.»

Abgeschlossen hat Marc die RS mit dem Mittelstufendiplom und ist nun in einem der WK-Spiele der Militärmusik eingeteilt. In der Rekrutenschule konnte er vor allem in der Musiktheorie viel Neues lernen, die in den neun obligatorischen Schuljahren eher vernachlässigt wird.

Auch gab ihm das mehrstündige Musizieren am Tag Routine: «Ich kann noch lockerer und reiner spielen», teilt er mit.

Nun, da er die RS beendet hat, findet er wieder Zeit, bei den drei Musikgruppen der Region mitzumachen: So stand er beispielsweise beim Weihnachtskonzert der Brass Band Lommiswil auf der Bühne.