Velobörse
Der Markt für die Unmotorisierten

Der Anlass auf dem Marktplatz war ein voller Erfolg. Rund drei Viertel der angebotenen Drahtesel fanden einen neuen Besitzer.

Marco Sansoni
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Die Besucher hatten an der Velobörse die Qual der Wahl. msb

Die Besucher hatten an der Velobörse die Qual der Wahl. msb

Solothurner Zeitung

Mit dem verfrühten Frühling ging dieses Jahr die Fahrradsaison entsprechend früher los. So mag die Velobörse Grenchen als ein verspäteter Anlass erscheinen. Dem war aber nicht so, über 250 Velos wurden am vergangenen Samstag auf dem Marktplatz angeboten, fast drei Viertel davon wechselten im Verlaufe des Morgens auch den Besitzer.

Die Samstagssonne schaffte es noch nicht lange, den Morgennebel über Grenchen zu durchbrechen, als auch schon die ersten frisch herausgeputzten Fahrräder in deren Strahlen glänzten. Sowohl Besitzer alter Velos als auch Interessenten für ebensolche machten sich auch dieses Jahr früh auf den Weg zum Marktplatz. Es zeigte sich, dass die alljährliche Velobörse, organisiert durch den Verkehrs-Club der Schweiz, ein etablierter Anlass für den Direktverkauf von Fahrrädern in der Region Grenchen geworden ist.

Occasion ist nicht gleich alt

Oft wird der Ausdruck des Occasion-Velos unbewusst mit dem Bild eines verrosteten Drahtesels verbunden. In dieser Hinsicht räumte die Velobörse vom vergangenen Samstag mit Klischees auf. Ein kurzer Überblick über die angebotenen Fahrräder zeigte nicht nur die Vielfalt der Formen und Farben, sondern vielmehr auch diejenige des Zustandes. Nebst den klischeebehafteten, älteren Modellen gab es ausserdem eine Anzahl erstaunlich neuwertiger Velos zu entdecken. Allgemein reichte die Palette vom typischen Stadtfahrrad, wahlweise mit tieferer Rahmenform, über sportlich-leichte Rennräder bis zu 12-Zoll-Fahrräder für die Kleinen. Zusätzlich dazu gab es auch Schattenvelos für die ganz Kleinen zu kaufen.

Für unterschiedliche Zwecke

Anhand der grossen Fahrradpalette konnte man so auch gleich auf dessen zukünftigen Verwendungszweck tippen. «Mein zukünftiger Begleiter muss alt und günstig sein», sagte ein ETH-Student aus Grenchen. Prinzi-piell wolle er seinen Kauf für den Weg zwischen Wohnung und Bahnhof benutzen. «Dank seinem Aussehen wird es am Bahnhof weder zerstört noch gestohlen.» Familie Müller hingegen war auf der Suche nach einem Anhänger. «So könnten wir nächstes Wochenende am slowUp im Bucheggberg schon mit der Kleinsten der Familie teilnehmen.»

Es zeigte sich, dass die Erwartungen der Interessenten immer irgendwie auf ein Angebot zutrafen – sofern man zu den Ersten gehörte, die auf dem Marktplatz nach einem Fahrrad Ausschau hielten. Wie an einer Börse üblich, galt auch in Grenchen «Es het, solangs het». «Von den über 250 Velos wurden genau 184 verkauft», liess Heinz Aebi vom VCS nach der genauen Abrechnung verlauten.