Als Elly Dora Geiger-Müller im Jahre 1942 in einem alten Bauernhaus in Kyburg-Buchegg ganz bescheiden mit der Betreuung behinderter Kinder anfing, hätte sie wohl nie gedacht, dass aus ihrem Lebenswerk dereinst eine Institution wird, die im Kanton Solothurn und weit darüber hinaus wegweisende Arbeit mit behinderten Menschen leistet.

Mit der Zeit wurde das Bauernhaus erweitert, ausgebaut, neue Gebäude gliederten sich an. 1969 übernahm der Kanton einen grossen Teil des Ausbaus, 1973 wurde eine geschützte Werkstätte eingerichtet, die sehr gut organisiert ist.

Als der Kiwanis Club Grenchen dem Blumenhaus einen kleinen Besuch abstattete, wurde mit der Belegschaft gerade Rückblick aufs letzte halbe Jahr gehalten, wie der Kiwanis Club in einer Mitteilung schreibt. «Ein Rekordjahr», sagte Christian Oppliger, der Leiter des Werkstattbetriebs. Allein im März habe der Umsatz der geschützten Werkstätte Fr. 80 000.– betragen und die Auftragslage aus der Privatindustrie sei gut.

Die Behinderten stellen verschiedene Industrieprodukte her, unter anderem 4-Kant-Türklinkenhalter, andere packen für Grossverteiler Fleischspiessli ein. Kerzen werden mit einfachsten Mitteln produziert und sogar Schwerstbehinderte können mit einfachen Handbewegungen Glückwunschkarten oder Grill-
anzündwürfel produzieren.

Diese Menschen können arbeiten und verrichten so eine sinnvolle Tätigkeit, die erst noch einen bescheidenen Ertrag abwirft, sagte der Leiter der Institution, Roger Schnellmann. Er führte durch die ganze Institution und erklärte, wie Schule, Leben und geschützte Werkstatt sinnvoll miteinander verknüpft sind.

Das alte Bauernhaus, das Mutterhaus der Institution, steht inmitten neu konzipierter Wohngruppen- und Schulhäuser. Es ist zwar das Gründerhaus der Institution aber es wirkt etwas gar anachronistisch, und vor allem erfüllt es seinen Zweck als Wohngruppenhaus nicht mehr. Ein Neubau war längst überfällig.

27 Zimmer für behinderte Menschen werden im Neubau eingerichtet. Davon übernimmt drei Zimmer der Kanton Solothurn für Akutfälle. Wenn z.B. betagte Eltern behinderter Kinder sterben oder die Betreuung nicht mehr übernehmen können, muss oft sehr kurzfristig eine Lösung gefunden werden. Das war bisher im Kanton Solothurn noch nicht möglich. Mit dem Neubau wird so eine Akutstation geschaffen.

Die Stiftung Blumenhaus Buchegg sucht deshalb nach Sponsoren, die den Neubau mitfinanzieren helfen. Der Kiwanis Club Grenchen hat sich entschlossen, einen Beitrag in der Höhe von Fr. 2000.– an die Kosten des Neubaus zu spenden. «Serving the children of the world» (Im Dienste der Kinder dieser Welt) ist das Leitwort des Kiwanis Club. In diesem Sinne soll seine Spende den behinderten Kindern im Blumenhaus zugutekommen, wie es heisst. (rrg)