Waltraud Affolter-Vogt, die seit 50 Jahren in Grenchen wohnt, kauft regelmässig hier ein. «Bei mir gibt es keine Tiefkühlprodukte. Und da ich nicht glaube, dass so viel ‹Bio› produziert werden kann, wie bei den Grossverteilern angeboten wird, decke ich meinen Bedarf hier am Markt. Hier werde ich weniger betrogen, denke ich.»

Auch Ruth Burger aus Arch kauft am Stand des Staader Gemüseproduzenten Gloor ein. «Ich habe selber einen Garten, aber mein Gemüse ist noch nicht so weit. Wenn wir mal eigenen Salat nehmen, sind meine Beetli gleich leer. Also kaufe ich hier welchen.»

Markus und Madeleine Frei gehören zu den bekannten Gesichtern am Markt: Markus Frei führte 35 Jahre lang die Marktplatzdrogerie. Und obwohl sie jetzt in Safnern wohnen, kommen die beiden regelmässig seit zehn Jahren jeden Freitag nach Grenchen und kaufen gleich für die ganze Woche ein. «Man hält halt an seinen Gewohnheiten fest», sagt Frei. Ausserdem schätze er es sehr, alte Bekannte zu treffen und mit diesen einen Kaffee trinken zu gehen. Seine Frau ergänzt: «Wir kaufen alles auf dem Markt. Gemüse, Fisch, Fleisch, Früchte, Käse und Oliven. Hier ist einfach alles frischer als beim Grossverteiler.»

Schon lange dabei

Verena Burkhard verkauft seit 20 Jahren jeden Dienstag und Freitag am Stand von Gloor Gemüse und Salat. Das meiste stammt aus eigener Produktion. Nur Gemüse, die jetzt noch nicht Saison haben, werden zugekauft. «Die Kunden sind verwöhnt: Früher wurden meist saisonale Produkte gekauft, heute muss man ein grösseres Sortiment anbieten, weil die Leute zu jeder Jahreszeit jedes Gemüse haben wollen.»

Vreni und Ueli Hostettlers Marktwagen mit Frischfisch ist vom Markt kaum wegzudenken. «Wir kommen seit bald 40 Jahren jeden Freitag nach Grenchen.» In Kräiligen betreibt die Familie eine Forellenzucht. «Forelle ist unsere Spezialität, wir verkaufen aber auch viele andere frische Süsswasser- und Meerfische.» In Grenchen hätten sie eine sehr gute Stammkundschaft, welche die persönliche Beratung schätze. «Wir kämpfen für guten Fisch.» Sie seien auch schon gebeten worden, den Markt in Solothurn zu bedienen, aber das komme für ihn nicht infrage, sagt Hostettler. «Für 300 Franken mehr Umsatz verlasse ich doch nicht meine treue Grenchner Kundschaft.»