Ober Diego Kummer hatte es bereits im Vorfeld angedeutet: Lange war nicht klar, ob in Grenchen überhaupt ein Böögg verbrannt wird. Die Bööggiers der vergangenen Jahre hatten nämlich letztes Jahr ihren letzten Einsatz, und der für dieses Jahr vorgesehene Bööggenmeister fiel wegen einer unvorhergesehenen Operation kurzfristig aus. Was tun, also?

Am Umzug hatte man auf dem Wagen der Faschingszunft den FC Grenchen auf die Schippe, respektive ins Krankenbett gelegt und ihm den Sensemann in Aussicht, respektive ans Fussende gestellt. Aus Insiderkreisen war zu vernehmen, dass man sich dazu entschlossen habe, ebendiesen Sensemann kurzerhand zum Böögg umzumodeln: Res Lüthi, Wagenbauchef der Faschingszunft, und seine Mannen verfrachteten Gevatter Tod mit seinem Patienten kurzerhand auf den Marktplatz, Drogist Arnold mit entsprechendem Diplom half beratend beim Feuerwerk. Und siehe da: Nach ca 11 Minuten stürzte der Mann mit der Sense noch vor seinem «Opfer» in sich zusammen. Ein gutes Omen? Kann sein, dass der FCG eben doch noch etwas länger überlebt.

Obernarr Diego Kummer hatte zuvor Stadtpräsident François Scheidegger die Plaquette mit der Aufforderung übergeben, durchs Jahr hindurch solle er etwas Gas geben und nächstes Jahr gefälligst an der Fasnacht mitfeiern und nicht in die Ferien fahren. Scheidegger gab zurück, schliesslich habe man ihn mit Blaulicht aus der Stadt gehetzt. Aber nun sei er wieder da, voll motiviert und mit starkem Puls, bereit, die Probleme anzupacken; er wolle nicht mehr im Stadthaus dösen. Ausserdem wird der Stapi schon im nächsten Jahr einer Zunft beitreten. Welcher, wollte er noch nicht verraten, vielleicht gründet er ja den

«Grenchner Tambourenverein»?

Alle anwesenden Guggenmusiken begleiteten den Feuertod des «Ersatz-Bööggs» mit ihren kakophonischen Klängen. Nun heisst es wieder ein Jahr warten, bis Grenchen erneut in den fasnächtlichen Taumel eintaucht.