Paukenschlag zum Jahreswechsel im «Parktheater»: Der bisherige Geschäftsführer, Nicolas Gougain, ist kurz vor Weihnachten freigestellt worden. Dies bestätigte David Scheidegger von der «Parktheater»-Pächterfirma, der Cucina Arte in Solothurn, auf Anfrage des Grenchner Tagblatts. Zuvor hatten entsprechende Gerüchte die Runde gemacht.

Gougain hat den Grenchner Restaurationsbetrieb nur knapp fünf Monate geführt. Cucina Arte hat das «Parktheater» Anfang August 2012 übernommen. Seither war Gougain Geschäftsführer. Die Freistellung habe persönliche Gründe, erklärt Cucina-Arte-Chef und «Parktheater»-Pächter David Scheidegger. Zu den genauen Gründen wollte er keine Angaben machen.

Wer einen Betrieb neu eröffne, müsse zuerst das richtige Team finden, begründet der Gastroprofi die Änderung einzig. Einen Stellenabbau gebe es im «Parktheater» aber nicht. Die Zahl der Vollzeitstellen bleibe auf dem gleichen Niveau wie bisher. Cucina Arte bietet im «Parktheater» sechs Personen eine Vollzeitstelle an.

Neu übernimmt Renato Citrini die Geschäftsführung. Er kennt den Betrieb: Citrini war bisher Küchenchef. Für die Kunden laufe der Betrieb nahtlos weiter, wird versichert.

Einige Vereine waren verärgert

Seit August betreibt Cucina Arte das «Parktheater». Zu Beginn war der Betrieb bei Grenchnern in die Kritik geraten: Unter der Cucina-Arte-Führung hat das «Parktheater» nur noch unter der Woche von 8 bis
18 Uhr geöffnet. Am Wochenende bleibt der Saalbau ganz zu.

Für viele Grenchner Vereine war dies ein Problem: Sie haben oder hatten ihre Probe- und Vereinsräume in den Sälen, die die Genossenschaft Parktheater an Cucina Arte vermietet. Die Probezeiten lagen auf dem Wochenende oder am Abend.

Unter den ehemaligen Pächtern hatten die Vereine die Räume, in denen auch der Grenchner Gemeinderat tagt, jahrelang gratis benutzen können. Unter den neuen Pächtern erhielten einige Vereine dann zuerst Offerten für die Saalbenutzung.

«Es waren sehr gute Monate»

Scheidegger kam den Vereinen allerdings entgegen. Er stellt ihnen die Säle dienstag- und mittwochabends von 18 bis 23 gratis zur Verfügung. Bis Ende 2012 dauerte eine entsprechende Versuchsphase, die sich laut Scheidegger bewährt hat. Er betont denn auch, die Freistellung habe nichts mit dem Betriebskonzept oder allfälligen Problemen im «Parktheater» zu tun. Ganz im Gegenteil: Der Betrieb sei in den letzten fünf Monaten sehr zufriedenstellend verlaufen. «Es waren sehr gute Monate.» Scheidegger will am bisherigen Konzept und an den Öffnungszeiten festhalten. Für den Sommer kündigt er sogar erweiterte Öffnungszeiten am Abend an, damit die Terrasse genutzt werden könne.

Manfred Rüefli, Präsident der Genossenschaft Parktheater, steht hinter dem Konzept der Pächter. «Wir haben eine gute Lösung für die Vereine gefunden», sagt Rüefli. Der Personalwechsel sei eine betriebsinterne Angelegenheit des Pächters, weswegen er dazu nichts sagen könne.

Nicolas Gougain wollte sich auf Anfrage des Grenchner Tagblatts nicht öffentlich zur Freistellung äussern. Er ist in der Branche bekannt: Gougain hatte zuvor jahrelang den Gastrobereich der «Suteria» in Solothurn geleitet.