«Für mich war das Derby zu einseitig» konnte FCG-Trainer Rüetschli seine Enttäuschung nach dem Schlusspfiff nicht verbergen, dass die Hasler-Elf nicht mehr zum Spiel beigetragen hatte. «Der Zuschaueraufmarsch war schön, und gute äussere Bedingungen wären die besten Voraussetzungen für einen Super-Match gewesen. Doch Solothurn kam nur hierher, um das Spiel zu zerstören. Unser Sieg geht absolut in Ordnung.» Molina hatte in den ersten zehn Minuten einiges mehr zu tun als sein Gegenüber. In zwei umstrittenen Strafraumszenen, einmal sprang der Ball Lopes an die Hand und dann wurde Hajdini unsanft vom Ball getrennt, sah der Schiedsrichter keinen Regelverstoss. Im Gegenteil, FCG-Neuling Hajdini sah für eine vermeintliche Schwalbe gar Gelb.

Solothurn ungefährlich

Den Gästen gelang vorerst leidlich wenig. Eine gewisse Nervosität konnten sie nicht verbergen. Mit unzähligen Fouls versuchten sie sich gegen die mit viel Selbstvertrauen ausgestatteten Platzherren zu wehren, wobei sich die Grenchner den Vorwurf gefallen lassen mussten, aus den vielen Freistossmöglichkeiten zu wenig herausgeholt zu haben. Nach über 30 Minuten gab Hartmann den ersten Schuss Richtung Grenchner Tor ab. Allerdings landete der Distanzschuss deutlich neben dem Gehäuse.

Zuvor waren sämtliche Versuche, die Sturmspitze Egharevba mit langem Bällen zu lancieren, von der gut postierten FCG-Abwehr zu nichte gemacht worden. Fast schon ein Verzweiflungsschuss war der Fernschuss des Österreichers in der 37. Minute. Nur eine Minute später versuchte es Egharevba nochmals mit einem Vollspann-Schuss, der für Grosjean aber ungefährlich war. Vom FCG war in dieser Spielphase wenig zu sehen.

Ein Verteidiger legt vor

Auch nach der Pause das gleiche Bild. Die Ambassadoren zogen sich in die eigene Platzhälfte zurück und Grenchen versuchte, gefällig zu kombinieren. Molina reagierte aber bei zwei Abschlussversuchen von Miani und Hajdini hervorragend. Es bedurfte eines schnellen Vorstosses des Aussenverteidigers Zangger, welcher sein Solo mit dem 1:0 abschloss (58.). «Ich dachte überhaupt nicht daran, dass ich ein Tor machen musste, aber es war ein schöner Moment» freute sich der Nachwuchs-Nationalspieler.

Die Grenchner Angriffsbemühungen liefen weiter, und nachdem kurz zuvor das Zusammenspiel zwischen Miani und seinem neuen Sturmpartner Hajdini nicht vom Erfolg gekrönt war, klappte es dann in der 85. Minute besser. Mit seinem bestechenden Antritt liess Miani seine Bewacher stehen und legte für Hajdini auf, welcher den Ball zum 2:0 über die Linie befördern konnte. Dem aufopfernd rackernden Egharevba gelang kurz vor Schluss aus spitzem Winkel via entfernten Pfosten der Ehrentreffer.