Nächste Saison

Der FC Grenchen setzt wieder auf die Frauen

Maria Lo Giudice (hinten rechts) mit einem Teil der Mädchen, die beim FCG spielen.

Maria Lo Giudice (hinten rechts) mit einem Teil der Mädchen, die beim FCG spielen.

In der kommenden Saison werden über 40 Frauen und Mädchen des FC Grenchen 15 in der Meisterschaft mitkicken.

Lange Zeit war es ruhig um den Damen- und Mädchenfussball beim FC Grenchen 15. Dies hat sich nun grundlegend geändert. Auf die im August beginnende Saison hin werden über 40 Mädchen Meisterschaftsspiele bestreiten (FF12 und FF15). Dazu gesellt sich eine FF19-Mannschaft, die vorübergehend vor allem mit Trainieren beschäftigt ist, deren talentierteste Spielerinnen aber die Möglichkeit haben, in der 1. Mannschaft zu spielen oder dann mit einer Spezialbewilligung bei den jüngeren Mannschaften.

Daneben stellt man wieder eine Damenmannschaft auf, die in der 3. Liga spielen wird. Hier hat man das Team von Bettlach, das vor der Auflösung stand, übernommen und mit neuen Spielerinnen bestückt. Mit den Verantwortlichen vom FC Bettlach ist eine gute Zusammenarbeit entstanden. Man verstehe sich und tausche sich regelmässig aus. Auch eine Vereinbarung bezüglich der Gruppierung im Bereich der Frauen bzw. Mädchen konnte unterschrieben werden. Für die FF12 ist Swen Käser verantwortlich, für die FF15 Thomas Saladin und für die Aktiven Peter Oggier und Marlis Halter.

Der Erfolg hat eine Baumeisterin

Baumeisterin dieses Aufschwungs ist Maria Lo Giudice. Die selbstständige Buchhalterin wurde ein paar Mal angefragt, ob sie im Vorstand des FCG 15 mitarbeiten würde. Sie zögerte zuerst, als ihr aber die Möglichkeit gegeben wurde, den Frauenfussball von Grund auf zu erneuern, packte sie zu. Die gewiefte Organisatorin liess ihre Kontakte spielen, schrieb die Schulen an, nahm das Telefon in die Hand und machte ihr Anliegen via soziale Medien bekannt. «Als dann 35 Mädchen zum Probetraining erschienen, wussten wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

In der Zwischenzeit wurden mehrere Sponsoren gefunden, welche es ermöglichen, die Meisterschaft durchführen zu können, sodass man auch hier zuversichtlich in die Zukunft blicken kann. Und hat dabei durchaus Ambitionen. «Kurzfristig peilen wir den Aufstieg in die 2. Liga an. Längerfristig kann das Ziel nur sein, es bis in die Nationalliga B zu schaffen. Dazu braucht es aber einen Unterbau, damit die Aktiv-Mannschaft auch mit eigenen talentierten Spielerinnen bestückt werden kann. Deshalb wollen wir ab der nächsten Saison in jeder Mädchenkategorie ein Team stellen können, wobei uns vorschwebt, dass sich Mädchen aus der ganzen Region beim FCG 15 engagieren», erklärt Maria Lo Giudice.

Sie spielte einst in der Nationalliga

Sie selber sieht sich vor allem als Organisierende, als Anlaufstelle, die da ist, wenn es vielleicht auch einmal irgendwo klemmt. Selber Trainings leiten wird sie nur in Ausnahmefällen, obwohl sie mit ihrer Vergangenheit als Spielerin in der Nationalliga bei Zuchwil auch dafür die Voraussetzungen mitbringen würde: «Ich kann auf ein eingespieltes Team von Trainerinnen und Trainern zählen. Und mit Juniorenobmann Beat Lauper weiss ich eine Person zur Seite, der mit seiner Erfahrung und seinem Engagement Gold wert ist.»

Es dürfte interessant sein, wie sich die Mädchen entwickeln. Beim FCG 15 haben sie bisher in gemischten Mannschaften gespielt, wobei einige den Sprung in die besten Teams der Schweiz, ja sogar in nationale Auswahlen geschafft haben. Nun hat man eine bunte Truppe, bei welchen einige «blutige Anfängerinnen» im Fussball sind, andere bereits Erfahrung im Umgang mit dem runden Leder haben. Wobei Thomas Saladin und Maria Lo Giudice betonen, dass man vor allem die Freude am Fussball fördern will, und dass alle Mädchen, die fleissig trainieren, auch in Ernstkämpfen zum Einsatz kommen: «Das ist unser oberstes Gebot.»

Ein vielversprechender Anfang ist also gemacht. Und die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass dieser auch nachhaltig sein wird. «Die Mund-zu-Mund-Propaganda scheint zu spielen, denn ich erhalte immer noch regelmässig Anfragen von Mädchen, die bei uns mittun möchten», betont Maria Lo Giudice zum Schluss.

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