Zahlreiche Erfolge, viel Spass und Kameradschaft, aber auch einige Tiefs hat der Fussballclub Grenchen (FCG) in seiner über 100-jährigen Existenz erlebt. Am 2. Juli 1906 wurde der Verein durch sieben Interessierte gegründet. Damals bestand das grösste Problem des Vereins darin, das geeignete Spielfeld zu finden – bis das Feld in der Witi gefunden war. Jeden Abend wurde trainiert. «Die Goals mussten damals jedes Mal zu Fuss vom alten Bad auf das Feld transportiert werden», erzählt der langjährige Funktionär Silvio Ferrari.

Schweizer Rekord in Leichtathletik

Bereits kurze Zeit nach der Gründung, am 17. Juli 1906, durfte der FCG das erste Freundschaftsspiel gegen Solothurn bestreiten, welches er verlor. Ein Jahr später wurde der Verein in die Schweizerische-Fussball-Assoziation aufgenommen und spielte mit einer Mannschaft in der Serie C. Schon damals wurde die Kameradschaft über den Erfolg gestellt, heisst es im grossen Jubiläumsbuch. Im Juni 1914 durfte der FCG seinen ersten grossen Erfolg feiern: Die Spieler gewannen die Kantonalmeisterschaft gegen Solothurn und Olten.

Doch die Blau-weissen standen damals nicht nur für Fussball – der Verein betrieb auch fleissig Leichtathletik. Und das nicht ohne Erfolg: Am nationalen Sportfest im Jahre 1914 stellte der FCG beim 1500-Meter-Lauf den Schweizer Rekord auf.

Nach dem ersten Weltkrieg begann die goldene Zeit: 1921 stieg der FCG in die Promotions-Klasse auf, die zweithöchste Spielklasse damals. Zum Gruppenmeister wurde der Fussballclub 1924, was einen Aufstieg in die oberste Klasse, die Serie A, ermöglichte. Mit einem Fackelzug durch die Grenchner Strassen wurde die Mannschaft gefeiert.

Bei den Grossen dabei

«Grenchen genoss nationale und internationale Bekanntheit. Der Verein zählte zu den ‹Grossen›», sagt der langjährige Funktionär Frédéric Falbriard. Die wohl grösste Auszeichnung holte sich der FCG in der Saison 1958/59. Er sicherte sich den Cupsieg. Mehrmals war der FCG auch Vizemeister. «Bis in die 70er-Jahre, spielte Grenchen eine wichtige Rolle im Fussball aber auch im Buch des Schweizer Cups», erläutert Falbriard weiter. Noch heute sei der FCG in der ewigen Rangliste unter den ersten Zehn, weiss Silvio Ferrari.

Turbulente Zeiten

In der Saison 1962/63 wurde die neue Tribüne des Stadion Brühl mit dem ersten Uhrencup eingeweiht. «Der Architekt des Stadions, Carlo Campoleoni, war für den FCG auch mal als Goalie tätig», weiss FCG-Präsident Mario Bernasconi.

Doch auch schwere Zeiten, galt es für den FCG zu überwinden. Immer wieder geriet der Verein in finanzielle Nöte. «Das Finanzielle zieht sich bis heute durch alles hindurch», erklärt Falbriard. «Die Ausgaben waren schon immer grösser als die Einnahmen.» 1975 musste dann das Stadion für 2,7 Millionen Franken verkauft werden.

Auch sportlich hatte der Verein immer wieder zwischen Auf- und Abstieg zu kämpfen. Nach 58 Jahren Nationalliga-Zugehörigkeit musste der Verein, laut Jubiläumsbuch, zwangsrelegiert werden. Der Konkurs des FCG konnte durch das Zustandekommen eines Nachlassvertrages abgewehrt werden. «Wäre eine Lizenzverweigerung gekommen, gäbe es den Verein heute wahrscheinlich nicht mehr», meint Silvio Ferrari.

Auch heute bezieht sich der FCG nicht nur auf den Fussball: Neben der Freude am Spiel, wird auch die Kameradschaft weiterhin intensiv gepflegt. Früher veranstaltete der Verein jährlich ein FC-Soiree, an dem regelmässig Prominente Gäste, wie zum Beispiel Hazy Osterwald, eingeladen wurden. Diese Tradition möchte der Verein wieder aufleben lassen.

Heute zählt der Verein rund 400 Mitglieder. «Unser Ziel ist es, ein solider, finanziell gesunder Verein zu sein, der in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird», so Frédéric Falbriard. Ausserdem sei es ein Ziel, dass die zweite Mannschaft des FCG in die dritte Liga aufsteigt.