«Hier müssen wir noch die Haare ankleben» sagt Luan seinem Papi Lorenzo. Väter basteln mit den Kindern Laternen für den Umzug durchs Dorf, Mütter helfen beim Traumfänger basteln, und geschickte Hände malen wunderschöne Gesichter. Das Gioia-Kinderprogramm am Martinsfest der römisch-katholischen Kirchgemeinde Lengnau-Pieterlen-Meinisberg ist ein Erlebnis für Kinder und Eltern.

«Gioia» bedeutet Freude auf italienisch – das Kinderprogramm heisst so, weil das Fest immer verschiedene Sprachen vereinte. «Am Martinsfest kann ich kreative Zeit mit meinen Kindern verbringen. Es ist ein gemeinsames Erlebnis» sagt Papi Marino von Chiara. Die Väter sind geduldig am Helfen die feinen Fäden durchs richtige Loch zum Tragen der Laterne zu ziehen.

Fasnächtlich geschmückt

In den Räumen im Untergeschoss des Kirchenzentrums an der Emil-Schibli-Strasse wuseln unzählige Kinder durch die Gänge. Die einen Kinder geniessen die Zeit zum gemeinsamen Tun mit den Eltern, die andern die Freiheit, selber zu spielen und vielleicht zu viel zu schlecken.

Derweil sich die Erwachsenen in der Kaffeestube beim Gespräch unterhalten und die Tombola für einen guten Zweck unterstützen. Das Kirchenzentrum wurde dieses Jahr fasnächtlich mit vielen von den Kindern im Unterricht gebastelten Clowngesichtern dekoriert.

«Schaut, ich habe mitgeholfen, diese Girlande aufzuziehen», erklärt ein Kind seiner Familie. Und weil nach dem turbulenten Nachmittag Hunger spürbar ist, essen abends alle zusammen Spaghetti. Für die sagenhaften Martinsfest-Spaghetti stehen manche bereits eine Viertelstunde vor der Zeit in die Warteschlange. Da drängelt niemand vor, denn es hat sicher genug. Die Spaghetti-Köche haben wiederum ganze Arbeit geleistet.

Das Martinsfest wird immer für einen guten Zweck durchgeführt. Diese Jahr geht der Erlös an das Bachtelen in Grenchen, dem sonderpädagogischen Zentrum für Verhalten und Sprache. Die Spende soll Ausflüge und Veranstaltungen ausserhalb des normalen Schul- und Internatsbetriebes für alle möglich machen. Besonders auch in Fällen, wo Eltern der Kinder im Bachtelen in schwierige wirtschaftliche Situation geraten.