Toni Lötscher

Der Erfinder und Brauer des «Granicum» ist im Alter von 67 Jahren gestorben

Toni Lötscher in der Brauerei anlässlich des 10-Jahre-Jubiläums von Granicum

Toni Lötscher in der Brauerei anlässlich des 10-Jahre-Jubiläums von Granicum

Bierbrauer Toni Lötscher ist in der Nacht auf Dienstag unerwartet gestorben. Er wurde 67 Jahre alt.

Für alle überraschend ist Toni Lötscher, der Erfinder und Brauer des Granicum Biers, in der Nacht auf Dienstag verstorben. Er war auf dem Nachhauseweg, als sein Herz aufhörte zu schlagen. In Grenchen löst sein unerwarteter Tod Betroffenheit aus.

Der ehemalige Betreiber der Molkerei an der Solothurnstrasse hatte die Infrastruktur seines Betriebs ab 2004 auf originelle Art umgenutzt: als Kleinbrauerei. Es war die Zeit, wo in der Schweiz viele solche Betriebe begannen, lokales Bier zu brauen. Er habe selber gerne Bier getrunken und deshalb diese Nutzung der Molkerei-Einrichtung in Betracht gezogen, schilderte Lötscher anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums die Anfänge von «Granicum». Als ausgebildeter Molkerist und Käser war ihm der Umgang mit natürlichen Rohstoffen geläufig. Nach erfolgreichen Testläufen wurde das Grenchner Bier 2004 lanciert. Toni Lötscher arbeitete in den ersten Jahren noch auswärts als Käser, bevor er sich später vermehrt dem Gerstensaft widmen konnte, von dem es mit der Zeit verschiedene Varianten gab: hell, dunkel, Weizen, Amber usw.

Sein Bier wurde in Grenchen zum Erfolg

Der frühere Käsekeller wurde zur willkommenen kühlen Oase fürs «Fürobe»-Bier an heissen Sommertagen und Granicum erfreute sich steigender Beliebtheit an regionalen Anlässen oder privaten Feiern. Zusammen mit den «Bierfreunden Bettlach» braute er auch jährlich Chargen fürs dortige «Zähnteschür»-Fest und den «Bettlebier-Obe». Für das 125-Jahre-Jubiläum des Grenchner Tagblatts hat er 2014 ebenfalls ein Jubiläumsbier kreiert.

Einen speziellen Zugang hatte Toni Lötscher zur Künstlerszene. Pavel Schmidt aus Biel gestaltete mit Michelangelos David und der Venus von Milo beispielsweise die Granicum-Etikette.

Ein brüsker Übergang für Roger Lötscher

Bald hätte Toni Lötscher die Brauerei seinem Sohn Roger (37) übergeben wollen, der heute noch im Baugewerbe arbeitet. Mitte März hätte die Einarbeitungszeit für den anschliessenden allmählichen Übergang beginnen sollen, berichtet Roger Lötscher, sichtlich erschüttert. Sein Einstieg muss jetzt völlig überstürzt erfolgen, weshalb im Detail auch noch nicht klar ist, wie dieser gestaltet wird.
Die Brauerei ist vorübergehend geschlossen. Er habe aber Hilfsangebote bekommen und habe Unterstützung von einer Mitarbeiterin und von seiner Mutter Lydia, Witwe des nun Verstorbenen, welche schon bisher im Betrieb mithalf.

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