Grenchen

Der Corona-Sonderstab zieht Bilanz: «Die Bevölkerung war sehr kooperativ»

Stadtzentrum Grenchens während des Lockdowns.

Stadtzentrum Grenchens während des Lockdowns.

Corona-Sonderstab zieht positive Bilanz und rüstet sich für die zweite Welle.

Die Coronapandemie flaut ab und somit ist es Zeit, mit den zuständigen Behörden eine erste Bilanz zu ziehen. In Grenchen war und ist der sogenannte Sonderstab Corona unter der Leitung des Stadtpräsidenten für die Ergreifung und Umsetzung der lokalen Massnahmen zuständig. Der Sonderstab wird sich Ende Monat nochmals zu einem Rapport treffen und wird danach aus dem Pikett entlassen. Aufgelöst wird er aber nicht, denn man möchte für eine allfällige «zweite Welle» gewappnet sein.

Der Stadtpräsident dankt der Bevölkerung

Stadtpräsident François Scheidegger erteilt sowohl der Bevölkerung als auch seinen Mitarbeitern im Sonderstab gute Noten. Insbesondere sei es den Schulen in kürzester Zeit gelungen, die Homeschooling-Organisation hochzufahren, und die vom Feuerwehrkommandanten verantwortete Beschaffung und Verteilung von Hilfsmitteln habe gut funktioniert.

«Die Bevölkerung hat sich sehr kooperativ verhalten und die verordneten Massnahmen mitgetragen. Dafür möchte ich allen Beteiligten meinen Dank aussprechen», sagt der Stadtpräsident.

Frühzeitig Massnahmen ergriffen

Als Stabschef war Polizeikommandant Christian Ambühl für die Durchführung der Rapporte, für den Informationsfluss und die Aktivitäten der Polizei zuständig. Diese waren recht zahlreich und dauern bis heute an. «Die Polizei befindet sich allerdings inzwischen wieder im Normalmodus, es werden auch wieder gemischte Patrouillen mit der Kantonspolizei durchgeführt», erklärt Ambühl. Auch er zeigt sich mit dem Handling der Pandemie grossmehrheitlich zufrieden. Ambühl erinnert daran, dass die Stadt schon vor dem Lockdown mit dem Social Distancing begonnen habe und dies auch mit dem eigens kreierten Button propagiert habe. Auch Ambühl stellt der Grenchner Bevölkerung ein gutes Zeugnis aus. «Sie hätte es uns auch viel schwerer machen können», zeigt er sich erleichtert.

Für die zivilen Behörden der Stadt sei sicher die militärisch anmutende Rapportkultur eine neue Erfahrung gewesen, glaubt Ambühl, dem die Vorgehensweise aus seiner polizeilichen Laufbahn wohlvertraut ist. «Sie dient aber vor allem dazu, rasche Entscheide herbeizuführen, und das ist uns gelungen.» Ambühl windet auch dem Grenchner Gewerbe ein Kränzchen, welches sich bemüht habe, Schutzkonzepte in Zusammenarbeit mit der Polizei zu entwickeln. Dies habe dazu geführt, dass danach wenig Beanstandungen durch die Polizei nötig waren.

«Etwas auf die Welt gekommen» sei man bei der IT. Dies, weil der Umgang mit Videokonferenzen und der entsprechenden Software vielen nicht geläufig war und es diese Möglichkeiten und Fähigkeiten in kürzester Zeit zu implementieren galt.

«Eine Situation, die für alle neu war»

Für die Versorgung mit Desinfektionsmitteln, Masken, Handschuhen, Absperr- und Markiermaterial war Feuerwehrkommandant Thomas Maritz verantwortlich. Er ist gleichzeitig auch Sicherheitsbeauftragter der Stadt. «Dafür, dass die Situation für jeden von uns wirklich völlig neu war, hat es gut funktioniert», zeigt sich auch Maritz zufrieden. Grenchen habe rechtzeitig Schutzmaterial bestellt und als «Frühbesteller» grundsätzlich auch erhalten.

Für die nächste Coronawelle gerüstet

Von Engpässen sei man aber auch betroffen gewesen. «Sehr dankbar bin ich Drogist Markus Arnold, der in Nachtschichten selber Desinfektionsmittel hergestellt hat, das er uns dann liefern konnte.» Auch für Plexiglas-Schutzwände konnte man mit der Firma T-Rex auf einen einheimischen Lieferanten zählen. Ein «Learning» aus der Sache sei sicher, dass es grössere Vorräte braucht, meint Maritz. Diese seien übrigens inzwischen vorhanden und würden im Feuerwehrmagazin gelagert. «Wir möchten für eine zweite allfällige Welle gewappnet sein.»

Dass eine solche kommen wird, hält Stabschef Ambühl für sehr wahrscheinlich. Da ein weiterer Lockdown aus wirtschaftlichen Gründen kaum möglich sein werde, werde insbesondere das Gesundheitswesen gefordert sein, glaubt er.

Hinweis

Die Einwohnerkontrolle Grenchen ist neu jeweils Nachmittags wieder geöffnet. Auch die Büros der Baudirektion sind offen. Weiterhin nur telefonisch erreichbar sind die Stadtkasse und die SWG.

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