Grenchen
Der blauen Bertas Schlümpfe im Narrenfieber

Lustige Sujets und bunte Wagen – selbst das Schweizer Fernsehen «rütschte zueche» beim abwechslungsreichen Grenchner Fasnachtsumzug.

Peter Brotschi
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Fasnachtsumzug in Grenchen
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Fasnachtsumzug in Grenchen

Hanspeter Bärtschi

Liveübertragung aus Grenchen – das hiess es vergangenes Jahr oftmals in «Schweiz aktuell». SF war auch gestern bi de Lüt. Mitten im farbenprächtigen Fasnachtsumzug wurde «gedreht». Akteure waren aber nicht die SF-Moderatoren, sondern die in Grenchen nicht minder bekannten Lunesen-Gesichter. Die Lunazunft zeigte auf ihrem Wagen, was das Schweizer Fernsehen während seiner Grenchner Serie und des Gschtürms ums Stadtoberhaupt offenbar nicht präsentierte, nämlich die schönen Seiten des Städtlis – dies mit den eigenhändig gemalten Postkarten-Sujets. Obendrauf natürlich wie immer die schmucken Cocoloris.

Die Kameras von SF waren ja vergangenen Oktober auch untertags im Gotthard-Durchstich dabei. Das hätten sie in Grenchen auch wieder drehen können: Die Faschingszunft feierte auf ihrem Granit-Gneis-Wagen den Gödu-Durchstich und meinte, «mir hei dr Längscht», begleitet von den schrägen Tönen der Chappeli-Tüüfle, die ihr 60-Jahr-Jubiläum mit Oldie-Grinden feierten. Auch die Froschzunft-Guggemusig nahm sich des Tunnel-Themas an und mutierte zu Mineur-Fröschen. Schön auch die mit Schutt gefüllten Grubenhunde hinter ihrem Wagen.

Clochard oder Klo Schaar?

In ein ganz anderes Land entführten die Hilari-Narren das Publikum, nämlich in jenes der Schlümpfe. Sie machten die Berta – ja, die dicke vor der «Titanic» – kurzerhand zur Mutter aller Schlümpfe. Dann hat die blaue Berta neben einem kleinen Polit-Skandälchen doch noch etwas Gutes geboren. Die Schlümpfe waren unter den Tönen der Hilari-Broders ganz schön aktiv und kamen aus ihren Pilz-Häuschen zu den Zuschauern. Kompliment. Im Gegensatz zu den Schlümpfen der Hilari besassen die Närrinnen und Narren der Dolce Vita Zunft kein Zuhause; jedenfalls vorerst nicht für den Bau des Umzugswagens. Aus der Not machte die Zunft gleich eine Tugend und huldigte dem Clochard-Leben. Da wurde die Mundart-Übersetzung «Klo Schaar» gleich bildlich in Szene gesetzt. Trotz allem Ungemach verläuft das Leben unter der Brücke offenbar recht fröhlich – wie könnte es auch anders sein bei diesem Disco-Fieber.

Die Wiiiber-Zunft nahm sich eines aktuellen Jubiläums an, nämlich des Frauenstimmrechts. «Frauen an die Macht», reklamierten die Wiiiber in Grossmutters Tracht und «Frauen gehören ins Haus – ins Bundeshaus». Politisiert wird vielleicht auch am «Grenchner Hof-Stamm», der es nun aber mit Männlein und Weiblein gemütlicher nahm und einen Gruss aus der Küche durch Grenchens Strassen führte. Brandaktuell waren auch die Sauzfassnarre aus Selzach mit den Daten-Piraten. Die Zunft präsentierte einen bis ins Detail gut gestalteten Wagen. So etwa der Piratenkopf, dessen blindes Auge mit einer CD abgedeckt war.

Grosse Guggenmusiken

Wie stets machten auch die Aare Schnägge aus Selzach/Altreu am Grenchner Umzug mit. Sie riefen eine Bananen-Republik ins Leben und meinten wohl Grenchen damit. Menschenaffen tummelten sich jedenfalls im Dschungel. Und es dröhnte: «Die wette dr Banga am liebschte i Dschungu schicke und dr Müller derzue, de hätte si ändlich ihri Rueh.» «Jungle Cat» zeigte die Nuggi-Guggi aus Selzach, die viele junge Guggenmusikantinnen und -musikanten in ihren Reihen hat. Als sehr grosse Gugge verschönerten die Krachwanzen aus Bettlach den Umzug. Ebenso die Schnabuwetzer aus Selzach, die tigerig und mit grosser Guggenmusik auftraten.

Einen Umzugsschnurri braucht es natürlich auch: Wisi schlüpfte in diese Rolle, besser bekannt als DJ Horse, der von der Amedisli-Zunft begleitet wurde. «Mir passe üs a», sagten sich die Schuelschwänzer in Chamäleon-Kostümen, während die Witijätter als «Rumpelheinzchen» aufmarschierten. Die Schwarzmeerfrösche aus Bellach erinnerten an die Tatsache, dass die Frösche jetzt zur Hochzeit unterwegs sind. Traditionelle Gäste am Grenchner Umzug, der in anderen Jahren auch schon mehr Sujets gesehen hatte, waren die Wüudbach-Blosofoniker aus Oberdorf mit «s’isch wie s’isch» und Mu-Ki Bettlach als Pinguine.