Erlimoosweiher
Der Biber ist zurück in Bettlach

Zwischen Bettlach und Selzach ist seit letztem Herbst offenbar ein Biber zuhause. Er hat sich eine Burg gebaut und staut ab und zu den Weiher.

Oliver Menge
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Der Biber fühlt sich augenscheinlich wohl in Bettlach. Raphael Hadorn Der Biber fühlt sich augenscheinlich wohl in Bettlach. Raphael Hadorn

Der Biber fühlt sich augenscheinlich wohl in Bettlach. Raphael Hadorn Der Biber fühlt sich augenscheinlich wohl in Bettlach. Raphael Hadorn

Solothurner Zeitung

Auf der Homepage der Gemeinde Bettlach, auf deren Grund der Erlimoosweiher liegt, war schon länger zu lesen, dass der Biber zurück sei. Dies bestätigt auch «Witi-Sheriff» Viktor Stüdeli. Er sei schon im Herbst letzten Jahres zu Nachbarn gerufen worden, die ihm Bissspuren an ihren Apfelbäumen gezeigt hätten.

Es sei tatsächlich ein Biber den Haagbach hoch gewandert und habe sich beim Weiher häuslich eingerichtet. Die Nachbarn hätten das Tier auch schon öfters beobachtet und auch fotografiert. Stüdeli meint, es handle sich wohl um einen Einzelgänger, der sich ein neues Revier habe suchen müssen, es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis das Tier seine eigene Familie gründe. Man weiss, dass Biber nach der Geburt rund zwei Jahre bei ihren Eltern leben, dann «rausgeworfen» werden und sich ein neues Revier suchen. Zu diesem Zweck wandern die Tiere bis zu 100 Kilometer.

Im ganzen Kanton Solothurn leben zirka 200 Biber, schätzt Stüdeli, 20 bis 30 alleine zwischen Grenchen und Solothurn. Eine genaue Zahl könne man nicht angeben, sondern sei auf Schätzungen angewiesen, die man aufgrund der gefundenen toten Tiere mache.

Biber haben ein ausgesprochenes Revier-Verhalten. Das ist auch der Grund für die relativ schnelle und grossräumige Verbreitung. Maximal drei Generationen leben zusammen in einem Bau. «Manchmal können in der Dämmerung an der Aare 6 bis 7 Tiere zusammen beobachtet werden», erzählt Stüdeli. Ein Biber kann bis zu 1 Meter 40 lang, 35 kg schwer und bis zu 20 Jahre alt werden.

Gefährliche Uferwege

Die Bauten der Biber bereiteten Stüdeli ab und zu Sorgen. Die Uferwege entlang der Aare seien an manchen Stellen unterhöhlt und das sei insbesondere für Reiter und ihre Pferde überaus gefährlich. Von aussen seien die Bauten nicht erkennbar und durch das grosse Gewicht und die kleine Auflagefläche bestehe die Gefahr einzubrechen, «und dann ist der Scheiche abenang».

Biber sind reine Vegetarier, also keine Konkurrenz für Fischer. Der Biber beim Erlimoosweiher sei ein lustiger Kerl: Er staue regelmässig den Weiher, indem er mit Grasmutten den Abfluss verstopfe. Das sei weiter nicht schlimm, denn das Wasser fliesse dann durch das Wäldchen in den darunterliegenden Bach, sagt Stüdeli. Ein paar angenagte Bäume habe man aus Sicherheitsgründen fällen müssen – eines der Kunstwerke steht im Gemeindehaus Bettlach.