Es ist ein Filetstück bezüglich Wohnlage mit Aussicht in Grenchen. Das Areal «Hinzihöfli» am Dreieck Allmendstrasse/Rebgasse/Rebgässli ist für Wohnungsbau im (nicht nur geografisch) gehobenen Segment bestens geeignet. So gilt denn auch seit 1971 ein «spezieller Bebauungsplan» (heute Gestaltungsplan), der 1990 ein erstes Mal angepasst wurde. Und dann wieder im Jahr 2007, als ein Bauprojekt mit drei grossen Mehrfamilienhäusern vorlag.

Dieses stiess allerdings auf erheblichen Widerstand in der Nachbarschaft, die sich vor allem in ihrer Aussicht beschnitten sah. Es wurden mehrere Einsprachen erhoben, formell zu den Themen Ausnützungsziffer, Gebäudehöhe, Bauvolumen und eben «Aussichtsschutz». Die Einsprecher riefen am Ende das Verwaltungsgericht an – und bekamen Recht. Sie drangen mit dem Argument der «Übernutzung» durch sowie mit der «Planbeständigkeit». Denn die Ortsplanungsrevision von 2003 hatte den Gestaltungsplan von 1990 zur Grundlage.

Fünf Häuser statt drei

Nachdem letztes Jahr nun ein neues Überbauungskonzept mit vier Mehrfamilienhäusern mit je sechs Wohnungen und einem Zweifamilienhaus vorlag, nahm die Bau- und Planungskommission einen neuen Anlauf für eine diesmal geringfügigere Nutzungsplanänderung. Die neuen Bauten weisen jeweils zwei Voll-Geschosse plus Attika auf und sind immer noch 1 Meter höher, als vom Gestaltungsplan 1990 her möglich. Doch weil zwischen den nun insgesamt fünf leicht bogenartig angeordneten Gebäuden jetzt mehr Durchblicke für die Nachbarn möglich sind, boten diese nun Hand sowohl für die Anpassung des Gestaltungsplans als auch jetzt zum vorliegenden Bauprojekt.

Die Einsprachefrist ist am vergangenen Donnerstag abgelaufen und bis gestern sind keine Einsprachen bei der Bauverwaltung eingetroffen, wie Stadtbaumeister Daniel Gäumann bestätigt.

Bereits im Januar hatte der Gemeinderat den Gestaltungsplan angepasst und im Februar aufgelegt. Einsprachen gabs schon damals keine mehr und im Mai hat auch der Regierungsrat seinen Segen zur Änderung des Gestaltungsplans gegeben. Gebäudehöhen und Ausnützungsziffern seien zonenkonform, so sein Verdikt. In der Vorprüfung hielt da Amt für Raumplanung fest, «dass die Streitpunkte aus dem Verfahren von 2007 berücksichtigt wurden und dass mit dem vorliegenden Projekt besser auf die vorhandene Bebauungsstruktur reagiert wird».

Pax-Versicherung investiert

Bauherrin des Projektes ist die Pax Wohnbauten AG in Sarnen, eine Tochterfirma der gleichnamigen Pax Lebensversicherungs Gesellschaft AG in Basel. Ein Architekturbüro aus Langenthal zeichnet für die Umsetzung verantwortlich. Vorgesehen sind zudem
51 Parkplätze in Tiefgaragen; diese Anzahl wird allerdings von einem Teil der Bapluk als knapp erachtet.