Biel
Der «Amok»-Renter von Biel soll in eine geschlossene Anstalt

Der «Amok»-Renter, der sich 2010 in Biel gewaltsam gegen die Räumung seines Hauses gewehrt hatte, soll nicht vor den Richter, sondern in eine geschlossenen Anstalt eingewiesen werden. Dies beantragt die zuständige Staatsanwaltschaft..

Merken
Drucken
Teilen
Das Haus in Biel, welches Kneubühl mit allen Mitteln verteidigt hatte

Das Haus in Biel, welches Kneubühl mit allen Mitteln verteidigt hatte

Keystone

Die Untersuchung im Fall Kneubühl ist abgeschlossen, wie die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland am Donnerstag mitteilte. Kneubühl hatte sich 2010 mit Gewalt gegen die Räumung seines Hauses in Biel gewehrt.

Eine der zentralen Fragen der Untersuchung war, ob der Bieler Rentner überhaupt schuldfähig ist.

41 Bilder
 Auf dieser Wiese wurde Peter K. festgenommen.
 Diensthund Faro von der Kantonspolizei Basel-Landschaft. (Bild: Polizei BL)
Der Irre von Biel Bienne Amok Amoklauf Amokschütze Peter Kneubühl
Demonstrant Kneubühl.JPG
 Kneubühl lachend beim Handwerken um sein Haus. Ob er hier gerade sein finales Gefecht vorbereitet?

Wahnhafte Störung

Ein psychiatrisches Gutachten kommt zum Schluss: Er ist es nicht. Kneubühl habe zur Zeit der Tat an einer schweren wahnhaften Störung gelitten und sei nicht fähig zur Einsicht in das Unrecht seiner Taten gewesen.

Aus forensisch-psychiatrischer Sicht sei somit seine Schuldfähigkeit aufgehoben. Aus diesem Grund wird nun auch keine Anklage erhoben. Stattdessen beantragt die Staatsanwaltschaft eine stationäre therapeutische Massnahme in einer geschlossenen Einrichtung. «Damit soll der Gefahr weiterer, mit seiner psychischen Störung im Zusammenhang stehender Taten begegnet werden», heisst es in der Mitteilung.

Schüsse auf Berner und Aargauer Polizisten

Kneubühl sitzt im Regionalgefängnis Biel in Haft. Er hatte sich im September 2010 mit Gewalt gegen die Räumung seiner Liegenschaft in Biel zur Wehr gesetzt. Er schoss dabei mit einem Langgewehr
auf Polizisten. Die Untersuchung hat nun ergeben, dass der Beschuldigte durch diese Handlungen mehrfach den Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung bzw. einmal den Tatbestand der schweren Körperverletzung erfüllt. Kneubühl hatte auf Polizisten der Kantonspolizei Bern und auch zwei Polizisten der Kantonspolizei Aargau geschossen.

Nicht geklärt werden konnte trotz intensiver Nachforschungen, wo sich der Kneubühl während seiner damals neuntägigen Flucht aufgehalten hat und ob er in dieser Zeit bei jemandem Unterschlupf gefunden hatte oder ihn jemand unterstützt hatte. Auch die Tatwaffe konnte bis heute nicht sichergestellt werden. (rsn)