Basketballer, Pfadi, Bierproduzenten, Politiker, Künstler, Zauberer, Einwanderer, die Polizei, die Jugendarbeiter und viele mehr - kein spannendes Thema und keinen interessanten Gast liessen die Organisatoren des Podiums aus.

Doch jetzt ist Schluss. Am kommenden Sonntag findet das letzte Forum statt. Zu Gast ist Kulturpreisträger Hanspeter Schumacher, der über seinen Werdegang, seine Motivation, seine Träume und Wünsche sprechen wird. Mit diesem besonderen Gast geht im Lokal der Musigbar eine Ära zu Ende.

Vom Thema abhängig

Entstanden ist das Sonntagsforum aus einer Idee der Reformierten Kirchgemeinde heraus: Die wollte die Kirche zu den Menschen bringen und dazu eine Art Kaffee-Treff organisieren. Dann wurde das Feld erweitert, und mit dem Umzug vom «Löwenkeller» in die Musigbar etablierte sich das neu entstandene Sonntagsforum auch allmählich. Aber das ist lange her. «Mit der Zeit kamen leider immer weniger Gäste, auch wenn wir uns auf eine treue Stammkundschaft verlassen konnten, die das Aus des Sonntagsforums jetzt auch sehr bedauert», erklärt Regula Lüthi, Mitglied des sechsköpfigen Organisationsteams.

Schon früher hatte man sich überlegt, ob sich die viele Fronarbeit noch lohnt, denn manchmal kam gerade noch eine Handvoll Gäste zu den Veranstaltungen - in Spitzenzeiten war der Laden mit bis um die 60 Gäste manchmal bumsvoll. Doch wirklich aufhören wollte man nie, und das ist etwas, das Regula Lüthi bis heute schätzt. «Das Team hat immer super funktioniert. Wir haben uns gegenseitig immer wieder motiviert und sind immer zur Sache gestanden.» Das sei mehr als Arbeit gewesen, nämlich Freundschaft.

Es kamen aber nicht einfach weniger Leute. «Es wurde schwierig, weiterhin packende Themen zu Grenchen zu finden», sagt Lüthi. Mal kamen mehr, mal weniger Zuschauer. Auch das Vorbereiten und Durchführen der Anlässe war aufwendig. Zudem übernahm das Sonntagsforum-Team jeweils die Bedienung der Bar, musste zwar keine Miete zahlen, machte aber auch keinen Gewinn.

Viele persönliche Highlights

Dennoch gehen die Veranstalter ohne Frust. Ihnen bleiben zahlreiche positive Begegnungen und etliche Highlights aus all den Jahren. «Es tut weh, aber es ist der richtige Entscheid», sagt André Weyermann, Mann der ersten Stunde. «Wir haben das Forum acht Jahre mit viel Leidenschaft und Engagement geführt. Eine lange Zeit und beachtenswert.» Zu Weyermanns persönlichen Höhepunkten gehören der Auftritt von Fussballkeeper Marco Wölfli und Hockeygoalie Thomas Bäumle oder der Einblick ins das vielfältige Schaffen von Kunstförderer Toni Brechbühl. «Besonders geschätzt haben wir die Gespräche und den direkten Austausch», sagt Weyermann.

So habe man sich zwar einen Ablauf überlegt, durch die Voten aus dem Publikum konnte der Gesprächsverlauf dann aber oft einen ganz anderen Verlauf nehmen, was die Diskussionen besonders spannend und lebhaft machte. Auch Regula Lüthi hat viele persönliche Highlights. Dazu gehören der Besuch des seligen Galeristen Hans Liechti, der Fasnächtler oder des Walliser Vereins, «der richtig viel Musik und Stimmung machte».

You never know..

Nun freut sich das Sonntagsforum-Team auf den letzten Anlass in der Musigbar. «Wir haben viel Herzblut in den Anlass gesteckt, Abschied zu nehmen, ist da nicht einfach», erklärt Regula Lüthi. Sie ist sicher, dass Grenchen mit dem Sonntagsforum einen kleinen, aber wichtigen Anlass verliert. Das sieht Kollege Weyermann genauso. Für ihn ist deshalb noch nicht aller Tage Abend. «Für den Moment ist definitiv fertig, aber ich weiss nicht, ob nicht irgendwann plötzlich das Gefühl aufkommt, dass etwas fehlt.» Wenn er auf sein Herz höre, könne er nicht völlig ausschliessen, dass es irgendwann wieder ein Sonntagsforum geben wird.

Sonntagsforum mit Kulturpreisträger Hanspeter Schumacher und dem Jazzduo VocalX. Beginn um 11.30 in der Musigbar, Türöffnung 11 Uhr.